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Liebe Freunde,
Vor mehreren Tagen erhielt ich ein Schreiben von Herrn Professor, in welchem er über eine Unpäßlichkeit berichtet, die ihn möglicherweise dem Kongreß und damit auch unsrer Besprechung fernhalten würde, die ich bei ihm angeregt2 hatte. Er fordert mich auf, mich wegen dieser Besprechung mit Euch in direkte Verbindung zu setzen, versprach mir aber hinsichtlich seines Kommens noch definitive Nachricht. Die ist nun heute gekommen, und ist, wie auch Ihr bereits wißt, negativ ausgefallen. Ich zögere daher nicht länger, Euch gemäß Herrn Prof.'s Anregung zu bitten, trotz seines Fernbleibens zu der verabredeten Zeit in Salzburg zu sein. Die von Wien kommenden wollten am Samstag früh reisen, also etwa um 2 oder 3 Uhr Nachmittags dort sein. Ich denke, auch Ernest wird es einrichten können, dann in S[alzburg] zu sein. Da wir vermutlich alle im Hotel de l'Europe wohnen, so wird das Zusammentreffen nicht schwer zu bewerkstelligen sein. Ich schlage vor, daß wir am Samstag gegen 5 Uhr mit unsrer Besprechung beginnen. Es wäre mir lieb, so bald wie möglich zu hören, ob andre Vorschläge gemacht werden. Um unnötige Korrespondenz zu vermeiden, genügt es, wenn Ihr mir kurze Nachricht auf einer Karte gebt (also nicht jeder an alle, wie sonst in den Rundbriefen. Nur im Fall eines besonderen Gegenvorschlages schreibe ich nochmals an alle. Erhaltet Ihr also keine weitere Nachricht, so bedeutet dies allseitiges Einverständnis.
Dieser Brief geht außer nach W., Bp., & L. auch nach Meran. Ich nehme an, daß Max dort wieder im Parkhotel wohnt. Sollte jemand von Euch eine andre richtige Adresse wissen, so ist er wohl so gut, sein Exemplar dorthin zu senden.3
Hanns reist am Donnerstag d. 10. nach Wien.
In Erwartung Eurer Antwort mit besten Grüssen Euer
Karl A.