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Liebe Freunde!
Vor allem möchte ich Euch allen herzlichst für den in der so schweren Zeit besonders wohltuenden Beweis von Freundschaft und Vertrauen danken, den mir Eure Briefe gebracht haben. Ich war mir selbstverständlich darüber im klaren, daß es nur einen ersten Schritt bedeutet, als ich mich mit meinem Brief an Euch wandte, und daß dem nun weitere Schritte und Taten folgen müssen, um Euch von der Aufrichtigkeit meiner Wandlung zu überzeugen. Jedenfalls kann ich Euch aber versichern, daß die freundschaftliche Art, in der Ihr mir wieder entgegengekommen seid, wesentlich dazu beigetragen hat, um mir ein Weiterschreiten auf dem begonnenen Wege zu ermöglichen.
Als nächster wichtiger Schritt hat sich in den Besprechungen, die ich seither mit dem Professor hatte, die Notwendigkeit ergeben, daß ich meine bereits früher geplante Reise nach Amerika – allerdings jetzt unter ganz anderen Voraussetzungen und Bedingungen – doch möglichst bald antrete, und so reise ich doch noch diese Woche nach New York ab. Nach den Nachrichten von dort scheint in der letzten Zeit, namentlich durch die Nachrichten über die Vorgänge hier in Wien, eine Verwirrung in den Köpfen der Analytiker eingetreten zu sein, zu der ich gewiß viel beigetragen habe und die ich mich bemühen werde, so weit sie mit meinem dortigen Auftreten zusammenhängt, wieder gutzumachen. Ich werde durch Richtigstellungen, Aufklärungen, Beseitigung von Schwierigkeiten und Widerständen in Diskussionen und Vorträgen trachten, die Leute zur Vernunft zu bringen, bei dieser Gelegenheit aber auch selbst meinen eigenen Standpunkt wissenschaftlich klären. Voreiliges oder Unsicheres oder Gefährliches zurücknehmen, einschränken, modifizieren und das Neue, soweit es sich als haltbar erweisen sollte in den Zusammenhang des Bisherigen einreihen. Diese notwendige Arbeit dort wird mir dann auch, wie ich hoffe, Material und Gesichtspunkte zur Formulierung meines Standpunktes geben, dem ich natürlich dann auch publizistisch Ausdruck verleihen