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Liebe Freunde,
Auch uns geht es so, daß die mit Otto und über ihn gewechselten Briefe den wichtigsten Teil unsrer gegenwärtigen Korrespondenz bereits vorweggenommen haben. Zu diesem Hauptpunkt also heute nur die zusammenfassende Bemerkung, daß wir noch in einer gewissen abwartenden Haltung verharren, wie sie uns durch die Umstände geboten erscheint, daß wir uns aber freuen werden, wenn wir recht bald in die Lage versetzt würden, jeden Vorbehalt fallen lassen zu können. Wir hoffen, daß der weitere Verlauf der Dinge auch die letzten Nachwirkungen des Vorgefallenen beseitigen wird.
Von hier ist zu berichten, daß Max im Laufe dieser Woche nach Wien2 fahren wird; bei dieser Gelegenheit wird sich gewiß auch noch vieles im Gespräch mit Ihnen, lieber Herr Professor, klären lassen. Übrigens haben wir mit größter Freude über die guten Fortschritte in Ihrem Befinden vernommen. Daß Sie den Rundbrief schon am 13. verfaßten, scheint uns auch ein Hinweis auf Ihre Arbeitslust und Frische zu sein.
Von unseren Quartalskursen sei erwähnt, daß Hanns über die Praxis der Traumdeutung vor ca. 30 Hörern spricht. Wir haben alles Technische zu seinem Spezial-Vortragsgebiet gemacht, um Unberufene vom Lehren dieses schwierigen Gegenstandes fernzuhalten. Die von mir (A) gehaltenen Vorträge über Psychologie und Pathologie der Phantasietätigkeit haben reichlich 40 Zuhörer.
In der letzten Sitzung hörten wir den Gastvortrag von Reich (Wien) über den triebhaften Charakter, der neben manchem Anfechtbaren auch viel Gutes bot. Im Februar erwarten wir Frau Dr. Deutsch zu einem Gastvortrag. Dies scheint der beste Weg zu sein, die Beziehungen unter den Gruppen zu pflegen. Aus diesem Grunde wäre es auch zu begrüßen, wenn ein Plan von Ophuijsen, mich ein paar Vorträge in Holland halten zu lassen, sich verwirklichte.3