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Liebe Freunde:
Das für mich wichtigste Ereignis der letzten Wochen war mein Besuch beim H. Prof. und die Aussprache mit Rank. Ich sah dieser Begegnung mit großem Unbehagen entgegen, war aber angenehm enttäuscht durch die große Veränderung, die ich an ihm feststellen konnte. In persönlicher Hinsicht ist das auffälligste, daß von der Verschlossenheit und offenbaren Unaufrichtigkeit, die wir ihm bei der letzten großen Unterredung im November vorwerfen mußten, keine Spur übrig blieb. Er hat volle Einsicht ins Pathologische seines damaligen Verhaltens, wie auch seines Auftretens beim ersten Besuch in Amerika, das er durch den zweiten nach Kräften gutzumachen suchte. Er äußerte die Hoffnung, daß es ihm gelingen wird, gleichwie das von seinem Vaterkomplex getrübte Verhältnis zum Professor, auch das zu den früheren Komiteemitgliedern herzustellen; den Anfang machte er mit mir, – er scheint aber großen Wert darauf zu legen, möglichst bald auch mit Berlin und London in persönlichen Kontakt zu treten. In wissenschaftlicher Hinsicht scheint er am Grundgedanken seiner These (Trauma der Geburt) festzuhalten, sieht aber die methodischen Fehler seiner Arbeit ein und sieht der zu veröffentlichenden Kritik mit der guten Absicht entgegen, sich belehren zu lassen. Seine technischen Modifikationen versuchte er theoretisch zu rechtfertigen, er scheint aber ihre Übertriebenheit eingesehen zu haben. Allerdings führt er einen Teil der Gerüchte über seine Technik auf Mißverstehen seiner Aussagen zurück.
Soeben erhielt ich die kritische Arbeit von Sachs über das »Trauma der Geburt«, der ich nur weniges zuzufügen hätte. Diese Einzelheiten schrieb ich direkt an Freund Hanns.
Es dürfte Euch interessieren, daß wir in Wien mit Prof. und Frl. Anna eine Reihe von ziemlich gelungenen Gedankenübertragungsexperimenten machten.
Das Vereinsleben hier ist ziemlich animiert. Wir nahmen unlängst ein neues Mitglied auf: Dr. Alexander Lóránd2 aus Kaschau, der seit einem
Maschinenschriftlicher Brief.
Sándor Lóránd
Maschinenschriftlicher Brief.
Sándor Lóránd