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Liebe Freunde!
Dieser Brief wird kurz werden, wohl infolge der Osteratmosphäre ist weder im öffentlichen noch im privaten Leben viel vorgefallen, was von allgemeinem Interesse wäre.
Der Verlag hat zwei Bücher herausgebracht: Reik, Geständniszwang, und Schilder, Psychiatrie auf psychoanalytischer Grundlage. Andere werden bald folgen. Unsere Zeitschriften haben ihre Rückständigkeit leider noch nicht eingeholt. Ich habe mehrere Manuskripte von Autoren erhalten, die mein Gutachten verlangen. Das interessanteste eines von Alexander, bei dem ich aber vor dem Urteil die Fortsetzung abwarte. Die Vereinstätigkeit hat in diesem Monat so ziemlich geruht.
Von der Umarbeitung meiner Prothese in Anspruch genommen und ermüdet, versuchte ich mir um die Ostertage völlige Ruhe zu schaffen. Ich sah aber doch einzelne Besucher, so Pfister und Landauer und Alexander. Eine zweistündige Unterhaltung mit dem alten Brandes2 war überaus interessant, aber natürlich belanglos für die Analyse.
Rank ist leider noch immer in einem verdrossen-apathischen Zustand und weicht jeder Arbeit aus. Er lehnt es selbst ab, Patienten anzunehmen. Die nächste Zeit dürfte doch eine Veränderung bringen.
Der Brief von Brill über Rank, den ich in die Zirkulation geschickt habe, sowie das Heft Psychical Research mit den Berichten über Murray sind noch nicht zu mir gekommen.
Ad London: Der Verlag teilt mir mit, daß er von der Press 26 Pfund für die ersten beiden Bände der Collection bekommen hat. Mein Anteil soll darin nicht enthalten sein. Wenn es so ist, ersuche ich den mir zufallenden
Maschinenschriftlicher Brief.
Georg Brandes , dänischer Schriftsteller, Literaturkritiker und Biograph, der sich vor allem um die Vermittlung von skandinavischer und deutscher Kultur verdient gemacht hatte. Er war mit Freuds Nichte Margarethe Magnus bekannt und verkehrte auch im Hause seiner Schwester Maria in Berlin. Freud hatte Brandes am 14. April im Wiener Hotel Sacher getroffen. Zwei Jahre später sah er Brandes kurz vor dessen Tod noc
Maschinenschriftlicher Brief.
Georg Brandes , dänischer Schriftsteller, Literaturkritiker und Biograph, der sich vor allem um die Vermittlung von skandinavischer und deutscher Kultur verdient gemacht hatte. Er war mit Freuds Nichte Margarethe Magnus bekannt und verkehrte auch im Hause seiner Schwester Maria in Berlin. Freud hatte Brandes am 14. April im Wiener Hotel Sacher getroffen. Zwei Jahre später sah er Brandes kurz vor dessen Tod noc