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Liebe Freunde,
dieser Brief geht mit einiger Verspätung ab. Als herkömmlicher Verfasser der Rundbriefe kann ich erst heute wieder in Funktion treten und benutze nun gern die Gelegenheit, auf diese Weise meine Wiederherstellung zu beweisen. Natürlich fühle ich noch die Nachwirkungen der Krankheit, wie es nicht anders sein kann, wenn man 5 Wochen gelegen hat, aber die Symptome der Bronchopneumonie sind, im Gegensatz zur Rekonvaleszenz im Juni, dieses Mal ganz beseitigt, und ebenso macht die Gallen-Affektion mir keine Beschwerden mehr. Jetzt heißt es vorsichtig abwarten, ob die Infektion endgültig überwunden ist. Eventuell wird in etwa 14 Tagen noch eine Autovaccin-Behandlung eingeleitet werden, um Rückfälle zu verhüten.2 Genug von mir! Nur zwei Tatsachen will ich noch erwähnen. Während der ganzen Zeit hat van Emden, der seine Ferien in Berlin verbrachte, sich in einer einzigartigen Weise um mich bemüht, die ich ihm nicht vergessen werde. Und zweitens war von größter Bedeutung für mich das Eingreifen von Fließ3 in die Behandlung. Ich habe einen Begriff von seinen ganz ungewöhnlichen Eigenschaften als Arzt bekommen. Er wiegt wirklich die drei ordentlichen Professoren der inneren Medizin auf, die wir in Berlin haben, und wenn man noch einige außerordentliche als Zugabe gibt, so macht das auch noch nicht viel. Nebenbei hat der ganze Verlauf meiner Krankheit seine Periodenlehre in frappanter Weise bestätigt.
Max befindet sich auf Reisen, z. Zt. in Florenz.4 Hanns ist während der letzten Zeit mit der Arbeit am Film sehr belastet gewesen, zumal ich ihn
Maschinenschriftlicher Brief.
Diese Schutzimpfung blieb erfolglos.
Abraham hatte wohl schon länger Kontakt zu Wilhelm Fließ, denn Abraham schrieb in einem privaten Brief an Freud: »Vielleicht interessiert es Sie zu hören, daß Fließ, der von Ihrer Erkrankung vor 2 Jahren wußte, sich bei mir wiederholt mit sehr warmer Teilnahme nach Ihrem Ergehen erkundigte. Was mich betrifft, muß ich auch hier noch einmal sagen, daß ich ihm zum all
Maschinenschriftlicher Brief.
Diese Schutzimpfung blieb erfolglos.
Abraham hatte wohl schon länger Kontakt zu Wilhelm Fließ, denn Abraham schrieb in einem privaten Brief an Freud: »Vielleicht interessiert es Sie zu hören, daß Fließ, der von Ihrer Erkrankung vor 2 Jahren wußte, sich bei mir wiederholt mit sehr warmer Teilnahme nach Ihrem Ergehen erkundigte. Was mich betrifft, muß ich auch hier noch einmal sagen, daß ich ihm zum all