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Liebe Freunde!
Ich lebe, wie Ihr wißt, in der Isolierung2 und kann darum meist nur über ganz persönliche Dinge berichten. Meine Verbindung mit der Außenwelt wird von unserem zweiten Wiener Mitglied, meiner mitunterschriebenen Tochter hergestellt.
Sie berichtet also als Neuheiten aus dem Vereinsleben, daß Dr. Bernfeld seine Stelle im Lehrinstitut wegen Aufenthaltes in Berlin niedergelegt hat und durch Nunberg ersetzt wurde.3 Ferner daß jeden zweiten Mittwoch unter sehr reger Beteiligung aller Schüler und jüngeren Mitglieder eine sogenannte Seminarsitzung stattfindet, in der die Analysen der Lernenden von dem ganzen Kreise beurteilt werden.4 Sonst äußere Ruhe und intensive innere Arbeit.
Ich kann auf einige äußere Erfolge meiner jetzt eingeschränkten Tätigkeit hinweisen. So z. B. ist es mir gelungen, eine Spezialnummer zu meinem 70. Geburtstag zu unterdrücken, welche von einer Wiener Medizinischen Zeitschrift – ohne jeden Beruf – veranstaltet werden wollte.5 Dafür habe ich auf der anderen Seite an den beabsichtigten Festnummern unserer Zeitschrift aktiven Anteil genommen, nicht durch einen schriftlichen
Maschinenschriftlicher Brief.
Diese »Isolierung« bezieht sich nur auf die Situation in Wien und war insofern relativ: Rank war bereits in der Vorweihnachtszeit wieder in Wien eingetroffen, seine Frau bei Freud in Analyse, Sachs hatte »incognito« einen Besuch bei Freud abgestattet, Jones Vorschläge zur Erweiterung des Komitees unterbreitet, und sowohl Eitingon – zwar auf Reisen –, als auch Ferenczi haben den persönlichen Briefverkehr intensiviert.
Bernfeld gehörte von Beginn an zum Lehrkörper des Instituts und war Stellvertreter von Helene Deutsch gewesen, vgl. Fallend & Reichmayr (1992a).
Die Einführung des »technisch-kasuistischen Seminars« in Wien entsprach der »psychoanalytischen Werkstatt« wie sie Eitingon auf dem Bad Homburger Kongreß im September beschrieben hatte, vgl. IZP, 11, S. 519. Zur Institutionalisierung dieses Curriculums vgl. Wittenberger (1987), S. 135-154.
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Maschinenschriftlicher Brief.
Diese »Isolierung« bezieht sich nur auf die Situation in Wien und war insofern relativ: Rank war bereits in der Vorweihnachtszeit wieder in Wien eingetroffen, seine Frau bei Freud in Analyse, Sachs hatte »incognito« einen Besuch bei Freud abgestattet, Jones Vorschläge zur Erweiterung des Komitees unterbreitet, und sowohl Eitingon – zwar auf Reisen –, als auch Ferenczi haben den persönlichen Briefverkehr intensiviert.
Bernfeld gehörte von Beginn an zum Lehrkörper des Instituts und war Stellvertreter von Helene Deutsch gewesen, vgl. Fallend & Reichmayr (1992a).
Die Einführung des »technisch-kasuistischen Seminars« in Wien entsprach der »psychoanalytischen Werkstatt« wie sie Eitingon auf dem Bad Homburger Kongreß im September beschrieben hatte, vgl. IZP, 11, S. 519. Zur Institutionalisierung dieses Curriculums vgl. Wittenberger (1987), S. 135-154.
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