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Liebe Freunde,
Unser Rundbrief verzögerte sich dieses Mal infolge unseres Wunsches, die Vereinssitzung erst abzuwarten, die eine Diskussion bringen sollte, auf die wir weiter unten zu sprechen kommen. Wir beginnen mit dem Ausdruck unserer Freude darüber, daß der Herr Professor den Sanatori-umsaufenthalt2 nicht allzu unangenehm empfindet, und daß letzterer sich vor allem so nützlich erweist. Kollege Lévy3 – Budapest, der in Sachen der Gesundheit bekanntlich doch sehr streng und viel fordernd ist, war von seinem letzten Besuch beim Herrn Professor am 14. d. M. sehr befriedigt. Er fand das Befinden des Letzteren nicht nur nach allen Richtungen wesentlich gebessert, sondern es seien die meisten Erscheinungen, die die Ortsveränderung und die mit ihr verbundenen Beschränkungen nötig gemacht hätten, überhaupt gewichen.
Von der Vereinigung ist zunächst auch nur Gutes zu berichten. Unser neuer Vorsitzender4 bewährt sich ganz so gut, wie Schreiber dieses (E.) vorausgesagt hatte; er ist in sehr taktvoller Weise objektiv, dabei sehr rege und gewinnt sich sichtlich rasch Sympathien auch derjenigen, die nicht daran gedacht hatten, ihn an dieser Stelle zu sehen oder zu wünschen. Und ihm selbst scheint die »Beförderung« sehr gut zu bekommen. Der analytische Film wirft bereits seine Schatten voraus. Die erwähnte letzte Sitzung brachte einige Interpellationen an unseren Freund Sachs, deren Absicht dahin ging, daß von seiten Sachs' wie auch der Vereinigung, nachdrücklichst unterstrichen würde, daß die Verantwortung für den Film Sachs allein und, trotz seiner prominenten Stellung in der Vereinigung, nicht die letztere trage. Dies war auch das Ergebnis der sehr langen und teilweise auch sehr temperamentvoll geführten Diskussion,
Maschinenschriftlicher Brief.
Vgl. 14.3.1926/W, Anm. 2.
Lájos Lévy, der Internist war, hatte neben Ludwig Braun auf dem Sanatoriumsaufenthalt bestanden.
Ernst Simmel war am 25.1.1926 als Vorsitzender der Berliner Gruppe gewählt worden, nachdem es nicht gelungen war,
Maschinenschriftlicher Brief.
Vgl. 14.3.1926/W, Anm. 2.
Lájos Lévy, der Internist war, hatte neben Ludwig Braun auf dem Sanatoriumsaufenthalt bestanden.
Ernst Simmel war am 25.1.1926 als Vorsitzender der Berliner Gruppe gewählt worden, nachdem es nicht gelungen war,