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Liebe Freunde,
ganz so wie Jones, hielt auch ich Lugano für besonders geeignet für einen Kongreßort, gerade auch wegen seiner Entfernung von Zürich und Genf. Doch unserem Kollegen Oberholzer schien diese Entfernung nicht groß genug zu sein, denn nach meinem Brief erhielt ich von ihm die Antwort, daß meine Anfrage schon für ihn eine Überraschung gewesen sei. Wie die Schweizer sich zu einem Kongreß in der Schweiz stellen, sei mir ja noch aus der Korrespondenz bekannt, die er, O[berholzer], seinerzeit mit Abraham und mir geführt habe, als es sich darum handelte, daß die Schweizer Gesellschaft den Kongreß übernehme, der dann in Homburg abgehalten wurde. Die Schweizer hätten mir damals auch mitgeteilt, wie sie sich einen Kongreß denken, woran sich dann die Verhandlungen zerschlagen haben. Er halte es für inopportun, die hier sich eröffnenden Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten nach so kurzem Intervall wieder aufleben zu lassen, was auch bei meinem Kompromißvorschlag unvermeidlich wäre. Dabei sehe er ganz davon ab, daß die Schweizer ja doch nach außen hin in die Verantwortung einbezogen würden, u.s.w.
Mit diesem Representative Man unserer Schweizer ist also nichts zu machen, und damit müssen wir also auch auf den Plan verzichten, mit unserem 10. Kongreß in die Schweiz zu gehen, was sehr schade ist. 2 Die Wahl eines anderen Ortes ist nicht leicht. Nach langem Überlegen möchte ich nun Stuttgart vorschlagen. Der Herr Professor riet zwar, als wir an Lugano dachten, auch zu Konstanz am Bodensee, doch bietet Stuttgart wohl eine Reihe von Vorzügen. Es ist besonders vom Westen viel besser zugänglich, verfügt außerdem über eine Reihe von Hotels, in denen wir den verschiedenartigsten Unterbringungsmöglichkeiten leichter gerecht werden können. Außerdem hätten wir in Stuttgart die Person des Kollegen Meng, jemand der mit Hilfe einiger anderer, der Psychoanalyse sympathisch
Maschinenschriftlicher Brief.
Bereits im Februar hatte Eitingon geschrieben, daß Oberholzer »unzugänglich« geworden
Maschinenschriftlicher Brief.
Bereits im Februar hatte Eitingon geschrieben, daß Oberholzer »unzugänglich« geworden