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Die psychoanalytische Methode hat ihre strengen Indikationen und verlangt, vielleicht mehr wie jede andere Methode, eine genaue Abgrenzung ihres Arbeitsgebietes. Dass sie bloss für psychogene Erkrankungen Geltung hat, ist von vorneherein verständlich. Ebenso darf die Möglichkeit der psychischen Verarbeitung des gefundenen Materials nicht durch intellektuelle Störungen des Patienten, durch Verblödung, Schwachsinn, Delirien gestört sein. Ob und wieweit die Psychose durch Analyse beeinflussbar ist, bildet heute noch eine offene Frage; sicherlich aber ist sie der Analyse zugänglich, zeigt dieselben Grundlinien wie die Neurose und kann für das Studium abnormaler psychischer Einstellungen wertvolle Dienste leisten.
Soll nun das Arbeitsgebiet der psychoanalytischen Methode voll ausgenützt werden, so muss in erster Linie die Möglichkeit gegeben sein, eine psychogene Krankheit zu erkennen.
Bezüglich der typischen Psychoneurosen, der Hysterie und der Zwangsneurosen ist die wissenschaftliche Überzeugung von deren psychogenem Ursprung so sehr gefestigt, dass Einwendungen zögernd und nur von zwei Seiten aus erhoben werden. Man betont entweder den konstitutionellen Faktor und versucht alle Erscheinungen unter den Gesichtspunkt der erblichen Degeneration zu bringen, funktionelle wie psychische Erscheinungen in gleicher Weise, ohne den Übergang aus der organischen Minderwertigkeit zur neurotischen Psyche ins Auge zu fassen. Dass dieser Übergang nicht unbedingt eintreten muss, und wie andere Übergänge zum Genie, zum Verbrechen, zum Selbstmord, zur Psychose führen, habe ich vor längerer Zeit nachgewiesen1). Und ich bin in dieser und