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Nur ein Stücklein Kärrnerarbeit möchte ich vorlegen. Vielleicht gibt ihr gerade die Kleinheit einigen Reiz. Die grossen Meisteranalysen, wie wir sie von Freud zu empfangen gewohnt sind, überzeugen nur den, den aber auch vollständig, der sich in der psychoanalytischen Technik eine bedeutende Gewandtheit errungen hat. Viele auf umfassende Studien gegründete Untersuchungen, wie z. B. Rank's Abhandlung über den Mythus von der Geburt des Helden, oder Stekels neueste Beiträge zur Traumdeutung gewinnen ebenfalls nur den, der über eine Fülle ähnlicher Erfahrungen verfügt. Die Reichhaltigkeit der für die Deutung massgebenden assoziierten Einfälle verbietet ihre vollzählige Mitteilung. Dem unkundigen Schwätzer bleibt daher das wohlfeile Vergnügen, über die gewonnenen Ergebnisse ebenso zu spotten, wie der hinterpommersche Tagelöhner die Existenz fliegender Fische verlacht. Vielleicht ist dem lernbereiten Gegner der Psychoanalytik mit einer schlichten Kasuistik vor der Hand besser gedient, als mit schwierigen Fällen, die nur den Kenner entzücken.
Nur unter diesem Gesichtspunkte wage ich es, den folgenden schlichten Fall, dessen Analyse eine einzige Sitzung in Anspruch nahm, der Öffentlichkeit anzuvertrauen.
Ein Jahr vor unserer näheren Bekanntschaft klagte mir ein 18jähriger Holländer, dass er an heftigen Schmerzen, Zuckungen und oft an förmlicher Lähmung des rechten Armes leide, so dass ihm Schreiben und Klavier spielen grossenteils versagt seien. Das Leiden sei „nervös“.
Auf Befragen gab er zu, dass er an schwerer Gemütsverstimmung leide. Das Problem des Selbstmordes beschäftige ihn lebhaft, besonders seitdem er Goethes „Werther“, Ibsens „Gespenster“ und einige ähnliche düstere Literaturwerke gelesen habe. Doch wollte er keinen Selbstmordimpulsen