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Ein Mann träumt: Er hat ein geheimes Verhältnis mit einer Dame, die ein anderer heiraten will. Er ist besorgt, dass dieser andere das Verhältnis entdecken könnte, so dass aus der Heirat nichts würde, und benimmt sich darum sehr zärtlich gegen den Mann; er schmiegt sich an ihn an und küsst ihn.
Die Tatsachen im Leben des Träumers berühren den Inhalt dieses Traumes nur in einem Punkte. Er unterhält ein geheimes Verhältnis mit einer verheirateten Frau, und eine vieldeutige Äusserung ihres Mannes, mit dem er befreundet ist, hat den Verdacht bei ihm geweckt, dass dieser etwas gemerkt haben könnte. Aber in der Wirklichkeit spielt noch etwas anderes, dessen Erwähnung im Traume vermieden wird, und das doch allein den Schlüssel zum Verständnis des Traumes gibt. Das Leben des Ehemannes ist durch ein organisches Leiden bedroht. Seine Frau ist auf die Möglichkeit seines plötzlichen Todes vorbereitet, und unser Träumer beschäftigt sich bewusst mit dem Vorsatze, nach dem Hinscheiden des Mannes die junge Witwe zur Frau zu nehmen. Durch diese äussere Situation findet sich der Träumer in die Konstellation des Ödipustraumes versetzt; sein Wunsch kann den Mann töten, um die Frau zum Weib zu gewinnen; sein Traum gibt diesem Wunsch in heuchlerischer Entstellung Ausdruck. Anstatt des Verheiratetseins mit dem anderen setzt er ein, dass ein anderer sie erst heiraten will, was seiner eigenen geheimen Absicht entspricht, und