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Eine bisher wenig beachtete Arbeit eines Philologen, welche sich durch seltene Freimütigkeit auszeichnet und sehr lesenswert ist. Der Verfasser führt den Nachweis, dass die Knabenliebe im Hellas von den „Doriern“ eingeführt wurde. Wenngleich sich Spuren der Knabenliebe auch bei den Ioniern finden, so wurde sie, wie das Rittertum in Griechenland durch die „Dorier“ zur Mode. Sie war nur dem freien Manne, dem Ritter vorbehalten, dem Sklaven (oft bei Todesstrafe!) verboten. Diese Liebe war in festen Formeln geregelt und eine staatliche Institution. In Sparta, Kreta, Theben beruhte die Erziehung zur άϱειή in der Herrenkaste auf Päderastie. „In Sparta waren die Liebhaber für die Geliebten, die vom zwölften Jahre an mit ihnen verkehrten, so sehr verantwortlich, dass für eine unschamhafte Handlung ihres Geliebten sie, nicht dieser gestraft wurden.“ „Das Schlachtfeld von Chaironeia deckten die Liebespaare der heiligen Schaar der Thebaner Mann für Mann.“ In Kreta ging die Liebeswahl des Knaben in der Form des Brautraubes vor sich. Der Liebhaber kündigte der Familie den Raub an. War diese mit der Wahl nicht einverstanden, so trachtete sie den Raub zu verhindern. Je höher der Liebende stand, desto grösser die Ehre für die Familie und den Knaben. Der Erwählte wurde dann von seinem Gönner bei seiner Rückkehr aus dem fremden Hause mit einer Kriegerüstung, Becher und Rind beschenkt.
Ja in Theben, Thera und in Kreta entbehrte diese Vereinigung nicht der religiösen Weihe. „Die Verlobung oder vielmehr die fleischliche Vereinigung am heiligen Orte selbst unter dem Schutze eines