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Es sollte als ein erfreuliches Zeichen für das erwachende Interesse der Leser für die Psychotherapie gelten dürfen, dass von diesem Buche in so kurzer Zeit eine zweite Auflage notwendig geworden ist. Leider können wir das Buch selbst nicht als eine erfreuliche Erscheinung begrüssen. Der Verfasser, Assistenzarzt der Wasserheilanstalt Gainfarn bei Wien, hat die Form von Oppenheims „Psychotherapeutischen Briefen“ aufgenommen und diese Form mit psychoanalytischem Inhalt erfüllt. Dies ist im gewissen Sinne ein Missgriff, denn die Psychoanalyse lässt sich mit der Oppenheim sehen oder, wenn man will, Dubois'sehen Überredungskunst nicht gut vereinigen; sie sucht ihre therapeutische Wirkung auf ganz anderen Wegen. Schwerer ins Gewicht fällt aber, dass der Autor die Vorzüge seines Vorbildes, Takt und sittlichen Ernst, nicht erreicht, und dass er beim Vortrag der psychoanalytischen Lehren häufig in hohle Deklamation verfällt, auch manches unrichtig angibt. Immerhin ist vieles geschickt und zutreffend gesagt; man kann die Schrift als populäre Lektüre gelten lassen. In einer ernsten, wissenschaftlichen Darstellung hätte der Autor mit grösserer