You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bis vor kurzem war die Lehre von der Epilepsie in ätiologischer und anatomischer Beziehung der Tummelplatz mutiger Hypothesenschmiede, unsere therapeutischen Bemühungen aber vom grauesten Pessimismus befangen. Auch in dieses Gebiet hat die Forschung der letzten Jahre etwas Licht gebracht, und wir dürfen hoffen, den Begriff der Epilepsie mehr und mehr des Geheimnisvollen zu entkleiden. Es war ein guter Griff des um den Gegenstand verdienten H. Vogt, uns den gegenwärtigen Stand der Lehre in einer flott geschriebenen Monographie darzustellen. Eine grosse eigene Erfahrung — zahlreiche instruktive Belege für seine Ausführungen geben davon Zeugnis — eine genaue Kenntnis der Literatur — ihr verdanken wir ein ausführliches, praktisch zusammengestelltes Verzeichnis am Schlüsse des Buches — und die pathologisch-anatomische Kontrolle als unverrückbare Basis liefern ihm das Material zu seiner lichtvollen Darstellung.
Die Epilepsie ist ein Sammelnamen für ein klinisch überaus mannigfaltiges Bild verschiedenen Ursprungs und Ausgangs. Es ist jetzt schon möglich, eine Anzahl pathologischer Einheiten aus diesem Sammelbegriff herauszuschälen und das Gebiet der geheimnisvollen „genuinen“ Epilepsie mehr und mehr einzuengen. So wird die Spasmophilie abgegrenzt, die „organische“ Epilepsie (Trauma, akut-entzündliche Erkrankungen, Tumor), die Epilepsie auf syphilitischer Basis, die tuberöse Sklerose,