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So betitelt sich eine sehr interessante Schrift von Karl Abel1). Wie oft werfen uns Gegner der Traumdeutung vor, dass es nicht angehe, die Worte und Handlungen ins Gegenteil zu verkehren, um einen Sinn heraus zu bekommen.
Nun — der alte Schuberth, dessen Buch „Die Symbolik des Traumes“ noch 1840 erschienen ist, hat diesen Gegensinn schon gekannt. Man kann ihn ruhig als einen Vorläufer Freuds bezeichnen, so tief ist er in manche Probleme der Traumdeutung eingedrungen!
Doch lassen wir Schuberth das Wort.
Aus dem Werke „Die Symbolik des Traumes“1):
„Eine neuere, tiefer gehende Sprachforschung hat jene alte Verwechslung selbst überall in der artikulierten Sprache und der Verwandtschaft ihrer Worte unter einander nachgewiesen. Zuerst zeigt sich häufig, dass die Worte, welche ganz entgegengesetzte Begriffe bezeichnen, aus einer und derselben Wurzel hervor, gehen, als wenn die sprechende Seele anfangs mit den Worten nicht die äusserlichen, einander entgegengesetzten Erscheinungen, sondern das (doppelsinnige) Organ bezeichnet hätte, das zum Auffassen dieser Klasse von Erscheinungen geeignet ist. So sind die Worte, welche warm und kalt bezeichnen, nicht nur noch jetzt in mehreren Sprachen gleichlautend: z. B. Caldo, das im Italienischen warm bedeutet, ist gleichlautend mit unserem kalt; sondern selbst in einer und derselben Sprache gehen die Worte für kalt und warm aus einer und derselben Wurzel hervor (gelu, gelidus, Kälte, kalt, mit caldo, calidus, warm), und der Gott des heissen Südens ist aus dem kalten Norden geboren. So wie sehr häufig in Mythus und Sprache die gute Gottheit mit dem Bösen verwechselt und wiederum das Böse als Gutes genommen wird, so entspringt auch im Persischen, wo doch sonst der Mythus beide entgegengesetzte Prinzipien scharf voneinander zu halten scheint, der Name des bösen Ahriman und des Lichtgottes Orim-Asdes aus einer Wurzel, eben so wie (Liebe) und Zwist, und in verschiedenen Sprachen die