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Nicht ganz ohne Bemerkung möchte ich hier eine Stelle aus Grillparzers Tagebüchern anführen.
„Die Magd bei Fröhlich erzählte, dass, als ihr Vater gestorben, „den sie gar so lieb gehabt“, und sie beim Waschen und Ankleiden des Leichnams mitgeholfen, sei ihr die starre Kälte desselben entsetzlich gewesen. Da habe sie gedacht, wenn eine „junge und gesunde Person“ sich zu ihm lege, vielleicht könne die Wärme ihn wieder zu sich bringen. Als daher nachts alles schlief, sei sie aufgestanden, habe sich zu ihrem Vater ins Bett gelegt und so die ganze Nacht bei ihm ausgehalten. Am Morgen vermisst und überall gesucht, wurde sie endlich bei dem Leichname halb erstarrt gefunden. Eine tüchtige Tracht Schläge war der Lohn für den allopathischen Heilversuch. Es liegt etwas Grässliches, aber auch Heroisches in dieser liebevollen Albernheit.“
Was ging hier vor sich? Aus meinen Traumanalysen habe ich die Kenntnis dieses psychischen Mechanismus gewonnen. Es handelt sich um eine Identifizierung vom Menschen und seinem Phallus. Der Tote ist in den Träumen sehr häufig der tote d. h. nicht erigierte Penis der durch Feuer, Wärme, Berührung lebendig wird, — was wieder eine Erektion bedeutet. Diese Identifizierung des Menschen mit seinem Geschlechtsteile ist ungemein häufig und eine versteckte Wurzel vieler neurotischer Symptome. Die „Leiche“ ist im Volksbewusstsein nicht immer der Tote.
Rudolph Kleinpaul sagt:
„Leiche ist von Haus aus ziemlich dasselbe wie Leib und nicht notwendig etwas Totes. Es ist ein allgemeiner Ausdruck für die äussere Erscheinung und die Gestalt eines Menschen, was wir mit einem sehr edlen und schönen alten Begriffe: ein Mannsbild oder ein Weibsbild nennen. Jedermann hat eine Leiche, bereits bei Lebzeiten: stimmt unsere Leiche mit der Leiche eines anderen überein, so sind wir dem anderen g-leich, will sagen: kon-form. Besitzt ein Individuum die Leiche eines Mannes, so ist es männ-lich, englisch: man-like, d. h.: einem Manne ähnlich. Das Wort bildet eines der wichtigsten, l