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Über Schaden und Nutzen der Onanie gehen die Ansichten der meisten Arzte aus einander. Viele sprechen nur von einem Schaden und leugnen jeglichen Nutzen. Es wird unsere Leser interessieren, die Ansichten eines sehr klugen Arztes der alten Schule zu vernehmen, der unbekümmert um die Schulweisheit seinen eigenen Weg gegangen ist. Jedenfalls bildet das Buch: „Dreissig Jahre Praxis“ von H. L.
von Guttceit (Wien 1873, Wilhelm Braumüller) (Seite 331-332) einen sehr wichtigen Beitrag zur Frage der Abstinenz. Er sagt:
„Sehr viel hängt auch hier vom Temperamente und von den Lebensverhältnissen ab. Mädchen, welche von Natur ein feuriges Temperament haben — und oft gehören hiezu die sittsamst aussehenden Blondinen — sowie solche die von ihrer Kindheit an schon viel mit jungen Leuten anderen Geschlechts zusammenkamen, fühlen das Erwachen des Geschlechtstriebes früher und stärker, als phlegmatische und von der Männerwelt getrennt aufgewachsene Jungfrauen. Bei ersteren pflegt die Menstruation sich frühe, in meinem Wirkungskreise oft schon im 12. Jahre einzustellen. Gelangen solche Mädchen, ohne mit Onanie bekannt zu sein und ohne, wie es bei den niedren Klassen gewöhnlich ist, den Geschlechtstrieb natürlich befriedigt zu haben, bis zum 18., 19. Lebensjahre, so beginnt die bis jetzt regelmässige Menstruation allerhand Abnormitäten zu zeigen. Gewöhnlich wird sie allmählich parca; häufig auch dolorata und dann nicht selten discolorata. Infolge dieser Menstruationsabnormitäten leiden die Mädchen viel. Glücklich, wenn bald eine Heirat ohne besondere Abneigung oder Widerwillen gegen den Ehemann zustande kommt. Gut, wenn Instinkt oder Unterweisung das Mädchen mit der Selbstbefriedigung bekannt macht; verzeihlich, wenn ein Liebhaber als bestes und angenehmstes Heilmittel gewählt wird. Unglücklich aber, wenn diese natürlichen Wege zur Heilung nicht betreten werden; schlecht, wenn falsch verstandene Religiosität oder verkehrte Meinung die Selbstbefriedigung als etwas Sündhaftes oder Schädl