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In den Breuer-Freudschen „Studien über Hysterie“ ist als eine der Bedingungen für die Akquirierung von Hysterie die absichtliche Verdrängung einer peinlichen Vorstellung aus dem Bewusstsein postuliert, eine Formel, welche spätere Forschungen dahin ergänzen
konnten, dass solche Verdrängungen zu den normalen psychischen Akten gehören und dass nur ihr Missglücken zur Konstituierung des neurotischen Symptoms führt. Es findet sich nun in Schopenhauers Hauptwerk: „Die Welt als Wille und Vorstellung“, im 2. Bande, der Nachträge und Ergänzungen zu den einzelnen Kapiteln des ersten Bandes enthält, beim Versuch einer Erklärung des Wahnsinns1), dem nach des Philosophen Darlegung die Unfähigkeit einer vollkommenen und verlässlichen Rückerinnerung zugrunde liegt, eine ganz ähnliche Auffassung vom psychischen Mechanismus der Geistesstörung. Es heisst dort (Band 2, Kapitel 32): „Die im Texte (Band 1, § 36) gegebene Darstellung der Entstehung des Wahnsinns wird fasslicher werden, wenn man sich erinnert, wie ungern wir an Dinge denken, welche unser Interesse, unsern Stolz, oder unsere Wünsche stark verletzen, wie schwer wir uns entschliessen, Dergleichen dem eigenen Intellekt zu genauer und ernster Untersuchung vorzulegen, wie leicht wir dagegen unbewusst davon wieder abspringen, oder abschleichen, wie hingegen angenehme Angelegenheiten ganz von selbst uns in den Sinn kommen und, wenn verscheucht, uns stets wieder beschleichen, daher wir ihnen stundenlang nachhängen. In jenem Widerstreben des Willens, das ihm Widrige in die Beleuchtung des Intellekts kommen zu lassen, liegt die Stelle, an welcher der Wahnsinn auf den Geist einbrechen kann2). Jeder widrige neue Vorfall nämlich muss vom Intellekt assimiliert werden, d. h. im System der sich auf unsern Willen und sein Interesse beziehenden Wahrheiten eine Stelle erhalten, was immer Befriedigenderes er auch zu verdrängen haben mag. Sobald dies geschehen ist, schmerzt er schon viel weniger: aber diese Operation selbst ist oft sehr schme