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Der Vortr. plädiert zunächst für die Aufrechterhaltung der Scheidung der nur introspektiv-psychologisch zugänglichen Psychoneurosen von den Aktualneurosen, die er Physioneurosen nennen möchte. Diese dualistische Behandlungsweise sei die einzig ehrliche, während die angeblich anatomisch-physiologische oder energetische Behandlung psychologischer oder psychopathologischer Fragen nur die Einkleidung introspektiv gewonnener Resultate in eine naturwissenschaftliche Terminologie sei. Infolge dieser seit langem herrschenden Verirrung sei die reine Psychologie und Psychopathologie in die Hände der belletristischen Schriftsteller geraten, die zwar mit vielen Irrtümern gemengte, aber doch die offenkundige Wahrheit predigten, während die wissenschaftliche Psychologie sich in sogen, exakten, in Wirklichkeit aber inhaltsleeren Experimenten verlor. Freuds Verdienst sei es, dass er das noch unzeitgemässe Experiment fallen liess und zur Beobachtung zurückkehrte.
Vortragender geht dann im Einzelnen auf die von Freud gefundenen „Mechanismen“ (Konversion, Substitution, Projektion, Interesse-Entziehung) ein und erklärt an der Hand derselben die Symptome der Hysterie, der Zwangsneurose, der Paranoia und der Dementia praecox. und versucht dann mit Hilfe dieser bisher in der Wissenschaft ungekannten psychischen Prozesse auch die innerhalb der „Normal-Breite“ zu konstatierenden Charaktertypen zu erklären. Nach kurzem Streifen der Frage nach den konstitutiven- und Erziehungsfaktoren in der Genese der Psychoneurosen geht er ausführlicher auf die der Therapie ein. Die körperliche Kräftigung (z. B. Überernährung) des Neurotiker sei höchstens etwa als Adjuvans der Psychotherapie von Wert. Orts veränderung wirke meist günstig, weil die Patienten dadurch aus dem für sie differenten Milieu flüchten (Nachahmung des Verdrängungsmechanismus); der Rückfall stelle sich beim ersten Konflikt zu Hause prompt ein. Hypnose und Suggestion seien verkappte „Übertragungsmassnahmen“ und als solche mehr—minder vor