You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein Buch des bekannten Psychiaters, für gebildete Laien geschrieben. Grosse ärztliche Erfahrung, ein überragendes kultur-historisches Interesse und ein sicheres Auge für die Grenzgebiete der Pathologie charakterisieren seine Arbeit. Sprachgewandt und geistreich in der Betrachtung seiner Probleme verfolgt er die Fäden, die sich vom Seelenleben des Normalen zu den pathologischen Erscheinungen spinnen, verfolgt sie auch bis zu jener tieferen Schicht, wo das Unbewusste und die organische Minderwertigkeit sich geltend machen. Vielfach sind ihm Vererbungstendenzen ausschlaggebend, ohne dass ihre subjektive Seite, das Gefühl der Minderwertigkeit, in Rechnung gezogen wird. So bleibt auch die Dynamik der „Grenzer“, ihr zwangsmässiger männlicher Protest, im Dunkel und wird nur als Eigenschaft, angeboren und fast unkorrigierbar, betrachtet. Das Affekt- und Triebleben wird gleichwohl stets in Rechnung gestellt und die Bedeutung des Sexualtriebs hervorgehoben. Und der Autor versteht seine Beobachtungen und Erfahrungen so umsichtlich und aufbauend zu entwickeln, dass sie als Material für Psychologen, Pädagogen und für den Psychoanalytiker grossen Wert erlangen.
Die Bedeutsamkeit des behandelten Stoffes zeigt das reiche Inhaltsverzeichnis an. Der Autor behandelt alle Probleme, die für die psychoanalytische Wissenschaft so wertvolles Untersuchungsmaterial abgegeben haben: Der Verbrecher — Selbstmord — Königsmörder — Cäsarenwahnsinn — Sexuelle Abnormitäten — Trinker — Lumpen, Bummler und Vagabunden — Lügner, Querulanten — Affekte und Leidenschaften — Geiz und Eifersucht — Sonderlinge und Narren — Zwangsvorstellungen — Hypnotismus — Das Genie — Mystik und Ekstase — Seher und Propheten — Hexen und Besessene — Psychische Volkskrankheiten.
Gegenüber diesem mit Scharfsinn und Umsicht geordneten Material, mit überreichlichen historischen Einzelheiten ausgestattet, möchte sich Referent erlauben, auf den von ihm aufgedeckten Mechanismus des „psychischen Hermaphroditismus mit folgendem