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Vor etwa einem Jahre erteilte mir die Schulbehörde in N. den Auftrag, ein Gutachten über den Geisteszustand der 13jährigen Schülerin Marie X. zu erstatten. Marie war vor kurzem von der Schule relegiert worden, da sie Veranlassung gegeben hatte zur Entstehung eines üblen Gerüchtes, resp. einer Herumschwätzerei über den Lehrer ihrer Klasse. Die Strafe traf das Kind und besonders dessen Eltern sehr hart, so dass die Schulbehörde geneigt war, unter dem Schutze eines ärztlichen Gutachtens das Kind wieder aufzunehmen. Der sonderbare Tatbestand war folgender:
Dem Lehrer war indirekt ein Gerücht zu Ohren gedrungen, die Mädchen behaupteten von ihm eine zweideutige sexuelle Geschichte. Den Nachforschungen gelang es herauszufinden, dass Marie X. eines Tages drei Freundinnen einen Traum erzählt hatte, der folgender-massen lautete:
„Die Klasse musste in die Badeanstalt gehen. Dort musste ich zu den Buben, weil kein Platz mehr war. — Dann sind wir weit in den See hinausgeschwommen (auf Befragung: nämlich Lina P., der Herr Lehrer und ich). Da kam ein Dampfschiff. Der Lehrer fragte uns: Wollt Ihr aufsitzen? Wir kamen dann nach K. Dort war gerade eine Hochzeit (auf Befragung: Ein Freund des Herrn Lehrers). Wir durften auch daran teilnehmen. Dann ging man auf eine Heise. (Auf Befragung: Ich, Lina P. und der Herr Lehrer.) Es war wie eine Hochzeitsreise. Wir kamen nach Andermatt, und dort war im Hotel kein Platz mehr, sondern wir mussten in einer Scheune übernachten. Dort bekam die Frau ein Kind und der Lehrer wurde Pate.“
Dieser Traum wurde, als ich das Kind untersuchte, von ihm vorgetragen. Der Lehrer hatte es ebenfalls veranlasst, den Traum schriftlich zu erzählen. In dieser früheren Darstellung war die hinter dem Worte „Dampfschiff“ in obigem Texte ersichtliche Lücke durch folgende Ergänzung ausgefüllt: „Wir sassen auf. Bald froren wir. Ein alter