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Ein bekannter deutscher Psychiater wird demoliert — mit „ätzender Schärfe“. Die psychiatrische Wissenschaft wird als epidemische Seuche hingestellt, ihre Verderblichkeit im Ganzen und im Einzelnen nachgewiesen. Gewinnsüchtige Motive, vor allem aber der Mangel philosophischer und psychologischer Schulung bei den Ärzten erklären den Bestand der Kriminalpsychiatrie.
Übrigens hat der Verf. seinen psychologischen Standpunkt gut gewählt. Auch mancher im Zorn getane Aufschrei ist trefflich geraten, trifft aber zumeist das heute geltende Recht, dem sich die Psychiatrie, leider oft allzu willig, fügt. Dass die Hereditätsforschung sich in ihren letzten Konsequenzen, in der Organminderwertigkeitslehre, zum realen Ausgangspunkt einer Charakter- und Trieblehre gestaltet, dürfte den Autor überraschen. Ob sein Hass gegen die naturwissenschaftliche Richtung und gegen die Biologie dadurch beeinflusst wird, lässt sich bezweifeln. — Im Ganzen ein Buch, das nur solche Leser braucht, die sich im Glanze alter Anschauungen sonnen und wissenschaftliche Fortschritte überschreien wollen.
Adler.