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Verf. versucht zuerst eine „objektive klinische“ Beschreibung der Angst. Er betont, dass bei der Angst besonders die Inspiration erschwert ist. Die meisten Nervösen lokalisieren die Angst in die Brust. Noch nie sei ihm mit verschwindenden
Ausnahmen ein Fall vorgekommen, dass ein Nervöser die Angst in den Kopf, in die Beine oder in eine andere Stelle des Körpers lokalisiert habe. Dagegen finde sich die Herzangst ziemlich häufig. Der Zwerchfellansatz entspricht eigentlich der Stelle, wo die Angst am häufigsten lokalisiert wird.
Die ursächlichen Momente der Angst können ganz verschieden sein. Es tritt auch Angst ohne jede erkennbare Ursache auf. Bei entsprechender Disposition wird die Angst durch den unbestimmten Erwartungsaffekt ausgelöst. Es gebe keine besondere Angstneurose. Es handle sich in diesen Fällen nur um einen „exquisit endogenen Symptomenkomplex“. Das Gefühl der Erwartung steigere sich bei disponierten Menschen zu einer lähmenden Angst. Im anderen Falle trete die Angst auf, wenn aus irgend einem Grunde die körperliche Widerstandsfähigkeit herabgesetzt sei. Der Höhenschwindel sei ein typisches Beispiel, das bei dem Versagen der fast automatisch wirkenden subkortikalen Assoziationsmechanismen auftrete.
„Was die Angstzusände und den sexuellen Verkehr betrifft“ sagt der Verf. — „so ist es ja allgemein bekannt, dass Freud in seiner Theorie, welche die Hysterie auf ein sexuelles Trauma der Kindheit zurückzuführen bestrebt ist, von den Angstzuständen ausging, welche nach sexuellen Exzessen auftreten können. Ich sage auftreten können.“ Und nun betont er, dass er Onanisten kennt und Leute, die Coitus interruptus treiben und die trotzdem nicht an Angst leiden. Ja Hysterische behielten sogar ihre Angst, „nachdem ihnen der Gynäkologe jede Möglichkeit zu irgendeiner Betätigung genommen hatte.“
Genug der Auszüge! Für uns Psychoanalytiker ist in der Arbeit Cramers nichts zu holen, als die Erkenntnis, dass alle Arbeiten Freuds und seiner Schüler abgeurteilt werden, ohne da