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Die betrübende Erscheinung der in der letzten Zeit immer häufigeren Selbstmorde von Mittelschülern hat den Schulen und Lehrern manchen verallgemeinernden und schon darum ungerechten Vorwurf eingetragen. Der erfahrene Heilpädagoge Heller hat sich in einer kleinen Skizze in anerkennenswerter Weise bemüht, diese Vorwürfe zu entkräften, indem er darlegt, dass jene jugendlichen Selbstmörder zumeist unerkannte und natürlich falsch behandelte psychopathische Knaben sind. Er bespricht kurz die verschiedenen Formen der Psychopathien, die hier in Betracht kommen, besonders diejenigen, welche wegen ihrer wenig aufdringlichen Erscheinungen misskannt werden und so leicht ihren Weg in die Schule finden. Heller findet dabei manches zutreffende Wort des Tadels für die häusliche Umgebung der psychopathischen Kinder; demgegenüber muss doch hervorgehoben werden, dass in unseren Mittelschulen mancher schwere pädagogische Fehler geschieht, der auch beim billigen Beurteiler Bedenken wecken muss. Die dunklen Wege, auf denen ein jugendliches Wesen zur Selbstvernichtung gelangt, hat der Verf. in seiner kleinen Schrift nicht zu erhellen versucht. Das erfordert eine individuelle Erforschung; aus ihr erst dürfte sich eine brauchbare Prophylaxe ergeben.
Dr. Friedjung.