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Die ersten Jahrgänge der „rivista di psicologia applicata“ enthalten bereits nennenswerte, wenn auch verschleierte indirekte Beiträge in bezug auf Psychoanalyse.
Der erste Jahrgang bringt uns in seiner März-April-Nummer einen beachtenswerten Aufsatz von Ferrari selbst: „I traumi sessuali nei fanciulli“. Er bringt uns darin als Beispiel für Sexualtraumen im Kindesalter, die Krankengeschichte eines 9 jährigen Mädchens, das in sein Institut
bei Bologna-Smola aufgenommen wurde. Die Art der hier eingeschlagenen Therapie zeigt uns deutlich, dass der Verfasser guter Analytiker der kindlichen Psyche ist. Die Analyse derselben, die er uns in seiner Arbeit gibt, klingt an Freud an. Die Psychoanalyse verwendet er zu diagnostischen, wie therapeutischen Zwecken.
Einer andern Feder entstammt eine Arbeit über vorzeitige Onanie bei Knaben und deren psychische Behandlung (L'onanismo precoce nei ragazzi e la sua cura psichica). Wir finden sie im zweiten Jahrgang der „Rivista“ (III. Heft). Der Verfasser ist Aug. Lemaître, Professor eines Erziehungsinstitutes in Genf. Interessant erscheint die in der Arbeit erwähnte Beobachtung, dass Onanisten, im Vergleich zu andern Jungen, äusserst ungünstig in Geographie abschneiden. Er begründet dies mit einer Verminderung des topographischen Gedächtnisses bei Onanismus praecox. Was die Häufigkeit dieser Erscheinung anbetrifft, verwirft er die Anschauung vieler Lehrer und Eltern, dass die Masturbation endemisch, beziehungsweise epidemisch in gewissen Klassen herrscht. Trotzdem sich seine Klassen aus ganz internationalen Elementen zusammensetzten — aus Stadt- und Landkindern — kam er zum Resultat, dass höchstens 15-20% Onanie treiben (?). Von denselben sind wohl die meisten rasch heilbar, nur ein Numerum cimitatissimum erscheint einer psychischen Behandlung zu trotzen (?).
Bezüglich seiner Therapie nennt er vor allem prophylaktisch körperlichen Sport. Er verwirft gänzlich vorzeitige Cumulatio-Aufklärungen in der Klasse, bei Schülern im Alter von 10-