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Das Thema, das ich vor Ihnen zu behandeln unternommen habe, ist ein so umfassendes, dass ich in dem weiten Land wirklich nur einige Berggipfel berühren kann.
Die verschiedenen Krankheitszustände, die man als „Psychoneurosen“ bezeichnet, können den Anspruch erheben, mehr Elend über die menschliche Gemeinschaft gebracht zu haben, als vielleicht irgend eine andere Gruppe von Übeln. Aber davon abgesehen, muss ich behaupten, dass das Studium ihrer Verursachung, Behandlung und Verhütung, worüber zu sprechen mein ehrenvoller Auftrag lautet, eine Bedeutung hat, welche weit über das persönliche Interesse der beim Arzte Hilfesuchenden hinausgeht. Denn ohne die Natur der nervösen Leiden beim einzelnen Individuum zu verstehen, ist es unmöglich, die richtige Einsicht in so viele Züge des menschlichen Lebens, soweit es als normal gilt, zu gewinnen und so viele grosse, soziale Probleme zu würdigen, die sich beständig unserer Aufmerksamkeit aufdrängen.
Es ist noch ein Grund, weshalb es einer Gesellschaft strebsamer Ärzte erwünscht sein müsste, das Thema der Psychoneurosen von neuem aufzunehmen. Wie die Dinge jetzt liegen, entgehen einige ernstere Formen dieser Affektionen tatsächlich jeder Behandlung, nicht etwa weil die Ärzte deren Schwere verkennen, sondern weil sie für zu schwer, zu sehr ans Unheilbare streifend, gehalten werden, um sich für zeitraubende Behandlungen zu eignen. Ich denke da z. B. an zwei meiner Patienten, Personen von vortrefflicher Intelligenz und hochentwickeltem Gefühlsleben, die ihr Leben ausserhalb ihres