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Dass psychische Faktoren in einigen Fällen von manisch-depressivem Irresein eine Rolle spielen, ist von fast allen Forschern auf diesen Gebiete anerkannt, jedoch ist mit Ausnahme zweier von Ernst Jones und Alphonse Maeder mitgeteilten Fälle darüber nichts von Bedeutung geschrieben worden2). Meine eigene Erfahrung war eine ziemlich beschränkte; ich habe wohl viele Fälle, insbesondere von Depression, gesehen, die mich zur Annahme bewogen, sie seien psychogenen Ursprungs, die zu analysieren ich jedoch leider keine Aussicht hatte. Gleichwohl bin ich in der Lage, auf drei Fälle von Depression hinzuweisen, welche ich durch Psychoanalyse geheilt habe und deren Ausgang mich in dem Glauben bestärkte, dass diese Fälle überhaupt nicht zu den funktionellen Psychosen sondern zu den Psychoneurosen gehören. Ich bin in der Tat überzeugt, dass es eine grosse Gruppe von Fällen gibt, die als manisch-depressives Irresein klassifiziert werden, während sie eigentlich als Psychoneurosen zu klassifizieren wären. Ich habe genaue Kenntnis von Hunderten solcher Fälle, welche in den Hospitälern des Staates New-York unter die Rubrik „nicht hinlänglich unterschiedene Depressionszustände“ eingereiht worden sind.
Von meinen drei Fällen will ich heute nur einen beschreiben3), indem ich mir den Bericht über die anderen für einen späteren Zeitpunkt Vorbehalte.
Frau L., 38 Jahre alt, Österreicherin, verheiratet, Mutter von vier gesunden Kindern, sah ich zum ersten Male auf der psychiatrischen Abteilung der Vanderbilt-Klinik im Oktober 1908. Sie klagte über Reizbarkeit, Depression, Ängstlichkeit und Schlaflosigkeit, woran