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Wie bekannt, wird die Berufswahl einer Person häufig durch den Einfluss unbewusster Komplexe bestimmt Ein Beispiel dafür habe ich im 3. Hefte des „Zentralblattes“ mitgeteilt. Es ist interessant, festzustellen, dass man einen ähnlichen Mechanismus manchmal bei der Wahl eines speziellen Gegenstandes wissenschaftlicher Untersuchung auffinden kann.
Vor einiger Zeit begegnete ich einem jungen Physiologen, der viele psychopathische Züge bot. Er zeigte die von Freud beschriebene Trias von Charakterzügen in einem so ausgesprochenen Grade, dass es schon bei flüchtiger Bekanntschaft leicht war, ihn als Analerotiker zu erkennen. Neulich sah ich, dass er ein grosses Werk veröffentlicht habe, das ihn 2 Jahre lang beschäftigt hatte, wovon ich bis dahin nichts gewusst hatte. Es führte den Titel: „Eine Studie über die Innervation der Analmuskulatur des Hummers“.
Das andere Beispiel betrifft einen jungen Neurologen, der etwa drei Jahre hindurch den grössten Teil seiner Zeit der Arbeit an zwei Themen gewidmet hatte, dem Problem der Allocheirie und der Frage, welche Körperseite zumeist bei Hemiplegie betroffen wird. Diesbezüglich hatte er Daten von etwa 5000 Fällen gesammelt. Es gelang mir, dieses hochgradige Interesse für „rechts oder links?“ mittelst Psychoanalyse bis zu vergessenen Konflikten nach Art der von Adler unter dem Namen „psychischer Hermaphroditismus“ beschriebenen zu verfolgen. Die rechte und linke Seite symbolisierte, wie so häufig, männlich bezw. weiblich.