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Eine Patientin, die sich seit zwei Monaten in der psychoanalytischen Ivur befand, kam eines Tages und fragte, ob sie das nächste Mal statt um 3 Uhr um 4 Uhr kommen könne. So sehr auch Patienten in solchen und ähnlichen Fällen für die Notwendigkeit ihres Ersuchens plädieren, ist doch die Vermutung gerechtfertigt, dass der verlangte Aufschub ein Zeichen der verstärkten Aggression, des männlichen Protestes gegen den Arzt ist. Man hätte Unrecht und handelte gegen die Absicht der Kur, den Patienten innerlich frei zu machen, wenn man bei solchen Anlässen den Versuch unterliesse, sich auf die Begründung ein wenig einzulassen.
Patientin gab also an, dass sie um 3 Uhr zur Schneiderin gehen müsse, eine etwas schwächliche Begründung, die vielleicht nur unter Berücksichtigung der längeren Ivur und der dadurch tagsüber eingeschränkteren freien Stunden ein wenig stärker wurde, Da ich die verlangte Stunde nicht frei hatte, schlug ich probeweise die Zeit von 5 bis t) Uhr vor. Aber die Patientin lehnte ab, mit der Bemerkung, ihre Mutter sei um 5 Uhr frei und erwarte sie bei einer Freundin. Also abermals eine kaum genügende Begründung, so dass der Schluss gerechtfertigt war, Patientin sci — im Sinne Freud's — im Widerstand gegen die Kur.
Freud hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Analyse vor allem an den Widerstandserscheinungen anzusetzen hat, ferner, dass letztere oft mit der Übertragung im Zusammenhang stünden. Da nach unserem Dafürhalten die psychischen Relationen für diese zwei Fragen zuweilen missverstanden werden, wollen wir sie an diesem Falle erörtern.
In erster Linie ist wohl ins Auge zu fassen, an welcher Stelle der Aufklärungen in der Kur der Widerstand sich geltend macht. In unserem Falle hatte die Patientin seit einigen Tagen von ihren Beziehungen zum Bruder gesprochen. Sie hatte bemerkt, dass sie zuweilen, wenn sie mit ihm allein sei, ein unerklärliches Ekelgefühl empfinde. Doch habe sie keine Aversion gegen ihn und gehe ganz gerne mit ihm in Gesellschaft oder ins