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Eine Reihe von Erfahrungen, die ich in der psychoanalytischen Praxis gesammelt habe, bestimmen mich schon heute zu dieser Frage das Wort zu ergreifen. Je heftiger der Kampf um den Wert der psychoanalytischen Methode tobt, desto wertvoller sind kasuistische Mitteilungen, die von Erfolgen berichten können, in denen die Psychoanalyse über die bisherigen Methoden den Triumph davongetragen hat.
Schon lange war man sich über die Beziehungen der Epilepsie zur Hysterie klar und die Schaffung einer Zwischenstufe, der sogenannten „Hysteroepilepsie“ gab diesem Zusammenhange ebenso deutlichen Ausdruck, als sie aber auch eine Art bescheidener Kompromissbildung darstellte, welche, ohne sich für die eine oder andere Diagnose zu entscheiden, beiden Faktoren, dem organischen und dem psychischen gerecht werden wollte. Ich bin der Ansicht, dass ein grösser Prozentsatz der Kranken, die jetzt mit der Diagnose „Epilepsie“ behandelt werden, Neurotiker sind und zwar wie ich glaube, eine besondere Spielart der Neurotiker. Es besteht bei ihnen erstens eine grosse Neigung zur Spaltung der Persönlichkeit, die sich nicht nur in Anfällen, sondern auch in anderen Erscheinungen, wie Däm merz ustän den, Tagträumen, vorübergehender Geistesabwesenheit, Zerstreutheit, reich er Phantasietätigkeit äussert, und zweitens eine ausserordentlich stark betonte Kriminalität, die durch hypertrophische, moralische Hemmungsvorstellungen vom Bewussten mehr oder minder vollständig abgedrängt wurde. Im epileptischen Anfalle findet die Überwältigung des moralischen Bewussten durch das kriminelle Unbewusste statt1).
Dass Epilepsie und Kriminalität innige Zusammenhänge haben, ist anderen Beobachtern längst aufgefallen und die Schule Lombrosos hat sich mit diesen Zusammenhängen im Sinne einer Degenerationserscheinung intensiv beschäftigt.