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Ein Patient, Herr Dr. Marius, teilt mir folgende Betrachtungen mit:
„Die Frage, woher kommen die Kinder? hat uns wohl alle beschäftigt, am meisten wohl deshalb, weil uns immer eine ungeheuerliche Auskunft darüber gegeben wird, die uns als Kinder nicht nur nicht befriedigt, sondern uns erst recht zum Nachgrübeln angespornt hat.
Soweit ich mich erinnern kann, wurde mir das Märchen vom Storch auch erzählt, doch scheint es auf mich keinen besonderen Eindruck gemacht zu haben. Ich glaube, dass die „Autoritäten“ meiner Kindheit mich gewöhnlich von dieser Frage abzubringen wussten und mir überhaupt nichts sagten. Nun ging ich selbst auf den Weg der Forschung und kam da zu einem sehr poetischen Resultat. Ich hielt die Kinder für ein Geschenk der Gottheit, das den Menschen als Belohnung für ihre Liebe gewährt wurde. Ich dachte, sie kämen von selbst, würden Vater und Mutter geschenkt, nicht der Mutter allein. Sie waren also für mich ein Produkt der geistigen Liebe, an einen physischen Verkehr der Eltern dachte ich nicht.
Wie ich später von unehelichen Kindern hörte, dachte ich mir deren Entstehen so aus, dass diese nämlich von Gott ihnen als Strafe wegen ihres nicht durch die Ehe geheiligten Verhältnisses geschenkt würden. Ihr Entstehen beruhte gleichfalls auf Grund der geistigen Liebe allein.
Als ich nun im 17. Lebensjahre das erstemal von geschlechtlicher Verbindung und zwar noch dazu in einem Buch über Verbrechen las, wurde ich aus dem Himmel meiner idealen Anschauung mit fürchterlicher Gewalt in eine mir schreckliche Realität geworfen. Ich wollte gar nicht an die Möglichkeit einer physischen Verbindung von Mann und Weib glauben, und diese wurde mir das ekligste, was ich mir vorstellen konnte. Deshalb wandte ich im 17. Lebensjahre mein Interesse dem Manne zu, weil ich dachte, dass da eben eine physische geschlechtliche Verbindung unmöglich sei. Ich suchte ein ideales Verhältnis zu einem Mann.
Dass ein solcher Weg leicht zu Homosexualität hätte führen können, wird jedermann, nic