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Der bekannte Autor sieht sich veranlasst, gegen die immer mehr überhandnehmende Neigung, in allem und jedem einen sexuellen Hintergrund zu sehen, energische Einsprache zu erheben. Schon die Bildung der „Familie“ habe ursprünglich wirtschaftliche Motive, denen sich „allerdings sehr bald“ — aueh sexuelle Motive beimischten. Auch bei der Religionsbildung sei das Primäre die Furcht, das Sexuelle nur das Sekundäre. Die Kunst zeige als erste Ursache Spiel, Zeitvertreib und Freude am Ästhetischen. Wenn der Geschlechtstrieb die Sonnenhöhe passiert hat, wird mit den reifen Jahren beim Künstler seine Kunst grösser. Auf geistiges Schaffen und die Phantasie habe die Geschlechtlichkeit nur einen sehr geringen Einfluss. Nach diesen allgemeinen Betrachtungen geht Näcke zum Individuellen über, zum Sexualtrieb der Kinder und zu Freuds Ansichten über das „Lutschen“. Die Kinder täten es nur, weil sie Hunger empfinden. „Ungeratensein und sexuelles Empfinden sind aber zwei grundverschiedene Dinge.“ In dieser Tonart geht es so weiter. Ein Nachprüfen der Resultate von Freud sei nicht notwendig. „Isserlin hat völlig recht, dass man eine Methode, die an sich subjektiv und unwissenschaftlich erscheint, wie eben die Psychoanalyse, gar nicht praktisch zu prüfen braucht. Die Lehre Freuds werde „trotz seiner Schule“ nicht durchdringen. „Immerhin ist es ein Verdienst Freuds und seiner Schule auf einen häufigen Zusammenhang von solchen psychischen Konflikten, namentlich sexueller Art, mit nervösen, vielleicht auch psychischen Krankheiten nachdrücklichst von neuem aufmerksam gemacht zu haben, ebenso auf den grossen Einfluss des Sexuellen, überhaupt auf Kunst, Wissenschaft