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Der Autor widmet diese Schrift dem alten Freundeskreise, der sich im gastfreundlichen Hause Prof. Freud's allwöchentlich versammelte, um psychische Probleme zu behandeln. Dieser Kreis war die Wiege der Wiener psychoanalytischen Vereinigung. Eine so liebenswürdige Widmung würde mir, der ich zu den Gründern dieses Kreises gehöre, die Möglichkeit einer strengen Kritik rauben. Ich konstatiere aber mit Vergnügen, dass es nicht Höflichkeit ist, wenn ich hier betone, dass uns Max Graf mit dieser Schrift zum ersten Male einen tieferen Einblick in das Problem „Wagner“ verschafft hat und weit über all das hinausgegangen ist, was die bisherigen Wagner-Biographen geboten haben. Er schildert Richard Wagner als den fliegenden Holländer, der von zwei Regungen seines Seelenlebens beherrscht wird. „Einerseits“ — ich zitiere hier Wagner's eigene Worte — „war ein Verlangen in mir genährt, das mich auf Genuss hindrängte, und um dieses Genusses willen mein inneres, unter leidenvollen Eindrücken der Vergangenheit und durch den Kampf gegen sie, in mir gestaltetes Wesen von seiner eigentümlichen Richtung ablenkte. Ein Trieb, der in jedem Menschen zum unmittelbaren Leben hindrängt, bestimmte mich in seinen besonderen Verhältnissen als Künstler in eine Richtung, die mich wiederum sehr bald und heftig anekeln musste … … Andererseits wandte ich mich hiervon mit Widerwillen ab, und verdankte ich die Kraft meines Widerwillens nur meiner bereits zur Selbständigkeit entwickelten menschlichkünstlerischen Natur, so äusserte sie sich, menschlich und künstlerisch, notwendig als Sehnsucht nach Befriedigung in einem höheren, edleren Element, das mir … als ein reines, keusches, jungfräuliches, unnahbar und ungreifbar liebendes erscheinen musste. Was endlich konnte diese Liebessehnsucht, das Edelste, was ich meiner Natur nach zu empfinden vermochte, wieder anders sein, als das Verlangen nach dem Hinschwinden aus der Gegenwart, nach Ersterben in einem Element unendlicher, irdisch unvorhandener Liebe, wie e