You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Die Hygiene der Seele“ ist ein recht populär, dem italienischen Volksempfinden gut angepasstes Büchlein. Da es in der „Edizione popolare“ erschien, hat der Verf. diesbezüglich das richtige getroffen. Der I. Teil handelt zwar nicht von der Hygiene der Seele, dafür gibt er aber im II. Teil einige recht beherzigenswerte Winke für den italienischen Laien.
Ein wichtiger Faktor dünkt ihm die richtige Erziehung: Anhalten zu körperlicher Reinlichkeit und Körperhygiene, Ordnungsliebe und vor allem: Logik in der Erziehung. Cave: Prügelstrafe und Nahrungsentziehung. Er tadelt ferner die heutige Mittelschule. Der einzelne Schüler müsse sich in derselben mit so verschiedenen Gegenständen im Laufe eines Tages beschäftigen, dass er eben mit keinem sich gründlich befassen kann. Dies gilt für die italienische Mittelschule ganz besonders. Die erlernte Oberflächlichkeit bleibt ihm für das spätere Leben. In einem weiteren Kapitel spricht er über die Mängel der heutigen Frauenerziehung und preist die Wohltat eines Landaufenthaltes für Erwachsene und Kinder, (Entwickelung des ästhetischen Sinnes.) Das letzte Kapitel widmet er der „Disordini dell' animo“. Es bringt uns eine Serie von Beispielen: den Unzufriedenen, den Labilen im Charakter, den Skrupulösen, den Übertreiber (l'esagerato), Er zeigt uns in seiner Publikation, dass er die Psyche der Italiener bis ins Détail genau kennt und dass er mit der breiten Ignoranz in den verschiedenen Schichten der Bevölkerung für all das, was mit der Psychologie zusammenhängt, vertraut ist.
v. Hartungen.