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In einer 50 Seiten starken, recht fliessend geschriebenen Broschüre behandelt Net er das Thema des einzigen Kindes, oder vielmehr die eine Seite des Themas, die pädagogische; die medizinische, mindestens ebenso eigenartig, ist kaum gestreift. Der Ref. gedenkt demnächst diese Ergänzung vorzunehmen. Halten wir uns aber an den positiven Teil der Schrift, so enthält sie eine Fülle guter Beobachtungen. Die Gliederung der Charakterstudie ist sehr glücklich: Neter unterscheidet an dem einzigen Kinde solche Fehler, die durch das unzweckmässige Verhalten der Umgebung verschuldet werden, und Ausfallserscheinungen, die sich aus dem Mangel der Geschwister ergeben. Zu der ersten Gruppe, die sich, wenn auch weniger aufdringlich, auch sonst bei falsch erzogenen Kindern findet, zählt er den Mangel an Mut, Unselbständigkeit, Unanstelligkeit, das frühreife Wesen, das nicht nur den Verlust einer wahren Kindheit, soudernauch geistige Erschöpfung zur Folge haben kann, das Fehlen des Autoritätsglaubens, Misstrauen und Blasiertheit, Eitelkeit und Empfindlichkeit, Hypon chondrie. Zu den „Ausfallserscheinungen“ gehört der Egoismus, übertriebene Liebe zu den Eltern, gepaart mit Herzlosigkeit gegen Fremde, eine Hemmung der ethischen Entwickelung überhaupt. Mit sehr viel Sachkenntnis wird auf die erzieherische Bedeutung des sozialen Spiels hingewiesen, freilich ohne dass der Verf. das Kernproblem berührte: Die zweckwidrige Verwendung und Verteilung der Libido des einzigen Kindes. Wichtig ist der Hinweis auf das Überwuchern der Phantasie im Alleinsein, die daraus folgende Grübelsucht und das abnorme Haften von Erlebnissen, auch sexueller Natur. Neter vermutet, dass sich unter den Sexuell-Abnormen viele einzige Kinder finden müssten. — Zum Schlüsse meldet sich der Arzt etwas lauter: es folgt ein kluges Kapitel über die Therapie des Übels. Was er zur Prophylaxe sagt, bleibt wohl allzusehr an der Oberfläche. Aber wenn er immer wieder vor dem „allzuviel Erziehen“ warnt, die Angst vor dem Schulbe