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Seit Jahrzehnten reisst die Frage der Schülerselbstmorde von Zeit zu Zeit das öffentliche Interesse an sich und, seit die Schulreformer aus den Schülerselbstmorden eine Angriffswaffe gegen das bestehende Schulsystem geschmiedet haben, hat sich Umfang und Heftigkeit der Diskussion beträchtlich erhöht, nicht zum Nutzen der Sache, da es meist beiden Streitteilen an der nötigen Voraussetzungslosigkeit gebrach. Allerdings fehlt es auch nicht an beachtenswerten rein wissenschaftlichen Bearbeitungen des Problems, doch haben auch diese unsere Erkenntnis nicht wesentlich vertieft. Dieser Misserfolg ist nur zu begreiflich: Die Angaben der Statistik sind unsicher, unvollständig und verworren. Und auch wo man versucht, durch amtliche Erhebungen und persönliche Nachfragen bei der Umgebung des Selbstmörders zu grösserer Klarheit zu gelangen, schlüpft gerade in den wichtigsten Fällen dem Forscher das Rätsel zwischen den Händen durch. Schon der klaffende Widerspruch zwischen dem scheinbaren Anlass und der Schwere der Tat weist ja in vielen Fällen darauf hin, dass in der Seele des Unglücklichen verborgene Komponenten wirksam gewesen sein müssen; diese Geheimnisse aus den Überlebenden herausfragen zu wollen, ist natürlich ein von vornherein aussichtsloses Bemühen. Und wie sollten sich dann aus einem Material, in dem eigentlich kein einziger Fall völlig durchleuchtet ist, allgemeine Erkenntnisse von wirklicher Tragweite ableiten lassen? Der Praktiker kann natürlich mit seiner Kritik und seinen Vorschlägen nicht warten, bis die Theorie das Problem gelöst hat. Aber wir werden darauf gefasst sein müssen, dass die Rückständigkeit der Theorie seinen Äusserungen etwas Tastendes, Unsicheres und Unvollständiges gibt.
In den „Beiträgen für Kinderforschung und Heilerziehung“ sind zwei Aufsätze erschienen, von denen der eine mehrere in Wien vorgekommene Schülerselbstmorde und die Diskussion, die sie hervorgerufen hatten zum Ausgangspunkt nimmt, der andere ausdrücklich vom Selbstmord im kindlic