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Der Verfasser gibt eine Übersicht der in unseren beliebtesten Volksmärchen vorkommenden kriminellen Motive und weist darauf hin, mit welcher zum Teil geheimen, zum Teil offenbaren Lust am Verbrechen und seiner Verübung im Märchen alle Arten von Kriminalität behandelt, ja mitunter verherrlicht werden. So der Diebstahl („Meisterdieb“ u. v. a.), die Hochstapelei („Münchhausen“), die Anthropophagie („Hansel und Gretel“), sodomitische Anwandlungen in den Heiraten von Mädchen mit verschiedenen Tieren, grausame Regungen (Tierquälerei), nicht selten mit sexuell-sadistischer Färbung („Aschenbrödel“), wie sich überhaupt Erotisches und Sexuelles mannigfach im Märchen finde. Der so häufige Hass der Stiefmutter, der sich immer gegen eine Tochter richtet, ist sexuell gefärbt, es finden sich Hinweise auf fetischistische Neigungen (Schuh und Fuss im Aschenbrödel), Andeutungen von Inzest („Allerleirauh“) und Vorbilder des Lustmördertypus („Fitchers Vogel“).
So reich und wohlgeordnet auch das Material ist, und so begrüssenswert die Schlussbetrachtung über die soziale und pädagogische Bedeutung dieser Märchen sein mag, so vermisst der Psychoanalitiker doch eine psychologische Durchdringung des Materials und den Versuch einer Lösung der ihmzugrunde liegenden psychologischen Probleme, wie ihn Riklin in seiner Studie: „Wunscherfüllung und Symbolik im Märchen“ (Heft 2 der von Freud herausgeg. Schriften z. angewandten Seelenkunde, Wien und Leipzig 1908) angebahnt hat
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