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Bericht über die Vorträge und Diskussionen psychoanalytischen Charakters (von Dr. F. Riklin, Kant. Inspektor für Irrenpflege, Zürich).
Vorsitzender: Direktor Dr. Ri8-Rheinau.
Es gibt: eine affektive Ambivalenz. Die gleiche Vorstellung ist von positiven und negativen Gefühlen betont (der Mann basst und liebt seine Frau).
Eine voluntäre Ambivalenz (Ambitendenz). Man will etwas und zugleich will man es nicht, oder will zugleich das Gegenteil. Der Ambitendenz auf Anregung am nächsten liegt der Begriff der negativen Suggestibilität.
Eine intellektuelle Ambivalenz. Man deutet etwas positiv und zugleich negativ: Ich bin der Dr. A.; ich bin nicht der Dr. A. Das Wort „Lohn“ bedeutet auch Strafe.
Die drei Formen lassen sich nicht trennen, gehen in einander über und kombinieren sich. Der Patient ist zugleich mächtig und machtlos.
Theorie. Die Ambivalenz ist äusserlich begründet: „Jedes Ding hat seine zwei Seiten“. Der Normale zieht meistens, aber nicht immer, das Fazit aus beiden; der Schizophrene lässt beide Gefühlsbetonungen nebeneinander bestehen.
Affektive Gegensätze sind innerlich näher verwandt als andere Dinge, die nicht auf die gleiche Wage gelegt werden. — Eine Menge von erwünschten Dingen entsprechen der Erwartung nicht, namentlich bei Dementia praecox.
Die Ambivalenz des Willens macht, dass man überlegen muss; es besteht eine Analogie mit der Bedeutung der Sehnenreflexe auf dem motorischen Gebiete. Alles in unserer Physiologie und Psychologie wird durch gegensätzliche Kräfte reguliert. Starken Ausschlägen nach der einen Seite entsprechen starke nach dev ändern. (Kinder; Dementia senilhs; Negativismus und Befehlsautomatie.) Ambivalent ist stets die Sexualität; deswegen die mächtigen Verdrängungserscheinungen.