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Die Ankündigung einer dynamischen Psychologie muss schon durch ihren Namen die Aufmerksamkeit des psychoanalytisch orientierten Lesers in Anspruch nehmen, enthält sie doch notwendig die mögliche Verheissung einer Beseitigung von Unstimmigkeiten, die gegenwärtig zwischen Schulpsychologie und Psychoanalyse bestehen.
Ich glaube tatsächlich, dass Pikler's Schriften in vielfacher Beziehung diesen Forderungen entsprechen und es ist dies um so erfreulicher, als Pikler, der sich die Revision der gegenwärtigen psychologischen Grundanschauungen zur Aufgabe gestellt hat, der medizinischen psychoanalytischen Forschung scheinbar ganz fernesteht.
Versuchen wir zunächst in Kürze eine Wiedergabe der wesentlichsten Gedankengänge in Pikler's psychologischem System. Den Ausgangspunkt bildet die „Gegensätzlichkeit fies Erlebens“. „Ein psychischer Gegenstand wird nicht wahrgenommen, wenn nicht früher ein gegensätzlicher psychischer Gegenstand im Wahrnehmungsfelde vorhanden war2).“
De erste psychische Gegenstand, der aus einem System von gesetzlichen Gegenständen zuerst da ist, wird bewusst nicht erlebt, sondern hinterlässt nur eine unbewusste Tendenz zum Weitererleben des Gegenstandes („Beharren des Erlebens“). Ist dann das gegensätzliche Glied objektiv da, so wird sowohl die Tendenz zum Weitererleben des ersten Gegenstandes, als auch im Gegensatze dazu die neue Wahrnehmung aktuell; es werden also erst beim objektiven Auftreten des zweiten Gegenstandes eines Systems gegensätzlicher Wahrnehmungen beide bewusst. Ein Bauer wird sich nur in der Grossstadt dessen gewahr, dass die Häuser daheim klein sind; beim erstmaligen Wahrnehmen eines Tones von einer bestimmten Höhe, wird der Ton nur im Gegensatze zur Stille wahrgenommen,