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Linz, 5. I. 1911.
Liebe Frieda!
Zu Deiner Verlobung beglückwünsche ich Dich auch im Namen des l. Adolf auf's herzlichste und wünsche Dir eine schöne und unangenehme Brautzeit.
Herzlichst grüsst Dich, Deinen l. Bräutigam, Marta und Grete Deine treue Cousine Irma.
Ich glaube, den Schreibfehler „unangenehme Brautzeit“ vielleicht aus nachstehenden Tatsachen erklären zu können.
Die Absenderin der Karte ist 4 Monate verheiratet und sehr glücklich. Ihre Brautzeit aber mochte sie als sehr unangenehm empfunden haben, da ihr Bräutigam an einem anderen Orte lebte und sie nur selten zusammenkommen konnten.
Ich glaube nun, dass sie während des Schreibens der Karte —der Gedanke an die Brautzeit ihrer Cousine löste in ihr Erinnerung an ihre eigene Brautzeit aus — gedacht hat, „meine Brautzeit war unangenehm, hoffentlich wird deine nicht so unangenehm etc.“
Meine erste Vermutung, sie könnte ihr innerlich eine unangenehme Brautzeit wünschen, kann ich nicht weiter aufrecht erhalten. Denn:
Kennen sich die Cousinen fast nicht, sind ausser Verkehr.