You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Verf. schildert die Krisis der experimentellen Psychologie. „Viel Arbeit, Scharfsinn, Geduld werden für wenige Resultate verwendet.“ Die experimentelle Psychologie ist auf einen ganz sterilen Pfad gekommen. Als Beispiel führt er die bekannten Untersuchungen von G. E. Müller über das Gedächtnis an; nach 20000 einzelnen Experimenten und 8 Jahren Arbeit lassen sich sehr magere Resultate in zwei Sätzen zusammenfassen. Kostyleff schildert dann die Forschungen Binet's (Etüde expérimentale sur l'intelligence, 1903) welche viel versprachen und leider zu früh aufgegeben wurden. Binet liess frei assozieren und war auf die Feststellung von zwei Typen gekommen, le type „objectif“ et le type „imaginatif“; letzterer wies ca. 50% unbewusster Ideen Verknüpfungen auf. Binet nahm an, dass der erste Typus mehr zur „externospection“, der letzte mehr zur „introspection“ neige. [Ref. Es wäre interessant zu untersuchen, ob es wirklich zwei solche Typen gibt; jeder Analytiker kennt diese beiden Reaktionsweisen. Man kann sich aber fragen, ob der „objektive“ Typus nicht eine Form der Abwehr gegen das Eindringen ins Unbewusste darstellt.] Kap. IV enthält eine Darstellung des Ausfragexperimentes der Würzburger Schule mit einer Warnung gegen die in der Schule ausgesprochenen metaphysischen Richtung. Verf. beschreibt den Mechanismus der „Einstellung“ (ohne die diesbezügliche Arbeit von Bleuler zu berücksichtigen), übersetzt den Begriff ins Französische mit „montage“; Ref. hält „attitude“ für mehr geeignet und klarer ohne Definition. Kostyleff kennt überhaupt die Arbeiten der Freud'schen Schule nicht. Kap. V enthält gute Bemerkungen über statische und dynamische Begriffe in der Psychologie.