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Ostwald's „Grosse Männer“, 1909 zuerst erschienen, sind, wie der buchhändlerische Erfolg zeigt, rasch ein populäres Buch geworden. Das Interesse, das die Persönlichkeit des Verfassers erweckt, die klare und fesselnde Art seiner Darstellung, die Stärke seines Temperaments, das niemand kalt lässt, sondern zu lebhafter Zustimmung oder zu lebhaftem Widerspruch herausfordert, die Mannigfaltigkeit der in dem Werke berührten Fragen —das alles erklärt zunächst die Breite seiner Wirkung. Wir glauben, dass diese auch eine tiefe und dauernde sein wird. Denn nicht darin, dass er eindrucksvolle und oft ergreifende Lebensbilder bedeutender Menschen zeichnet, noch darin, dass er über Fragen der Erziehung und der Organisation des wissenschaftlichen Betriebs Bedeutsames zu sagen hat, ruht die eigentliche Bedeutung dieses Buches. Dass sie die Psychologie des Forschers in den Zentralpunkt ihrer Betrachtung stellten und für die Behandlung dieses vernachlässigten Problems zumindest gute Wege bahnten, darin liegt das Neue und Originelle dieser Untersuchungen. Den Psychoanalytiker insbesondere wird nicht nur der Gegenstand an sich interessieren, sondern vor allem auch der Umstand, dass sich in der Methode, die Ostwald sich schafft, unwillkürlich einige Analogien zur Verfahrungsweise des psychoanalytischen Forschers aufdrängen.
Schon die Tatsache allein, dass er die Psychologie des Forschers untersucht und nicht die Psychologie des Forschens, ist in diesem Sinne wichtig. Es ist ja der folgenschwerste Fehler unserer offiziellen Psychologie, der ihr den Weg gerade zu den tiefsten Problemen versperrt, dass sie die psychische Erscheinung immer aus ihrem Zusammenhang mit der Gesamtpersönlichkeit herausreisst. Ostwald wurde durch seinen psychologischen Instinkt vor dieser Sackgasse bewahrt; es wird uns jetzt aber nicht wundern, von ihm zu hören, dass er in den Werken der modernen Psychologie Hilfe für seine Bemühungen zwar gesucht, aber nicht gefunden habe. Sein Grundgedanke bringt ihn mit innere