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In einem Vortrag, den ich im Februar 1908 hielt, berichtete ich über Beobachtungen, die ich an drei asthmakranken Kindern machen konnte und die mich auf den Gedanken brachten, dass Asthma weniger auf somatischen Veränderungen als vielmehr auf psychisch-nervöser Grundlage beruhen dürfte. Die Kinder, um die es sich dort handelte, waren sämtlich in derselben Weise falsch erzogen; zwei von ihnen waren einzige, das dritte war das älteste Kind der betreffenden Eltern und alle wurden mit einem Übermass von Ängstlichkeit und Zärtlichkeit umgeben. In zwei Fällen litt die Grossmutter, in einem Falle der Vater an Asthma bzw. Heuschnupfen. Diese Kinder behandelte ich, wie ich in jenem Vortrag ausgeführt habe, in der Weise, dass ich zunächst die ungünstige Beeinflussung durch die Eltern auszuschalten suchte und gleichzeitig unter Verwendung leichter Hypnose die kleinen Patienten daran gewöhnte, selbständig zu werden und sich mehr und mehr von der Verzärtelung durch ihre Umgebung frei zu machen. Das gelang überraschend leicht und der Erfolg der Behandlung war schon nach kurzer Zeit so gross, dass die bis dahin schwerkranken Kinder alles leisten konnten, was man von ihnen zu verlangen hatte. Es kamen allerdings Rückfälle vor, aber auch diese waren rasch zu beseitigen, und die zwei ersten Fälle sind jetzt seit 8 resp. 4 Jahren ganz gesund, der dritte Fall ist noch in Behandlung, weil ab und zu wieder Unsicherheit auftritt, doch sind eigentliche Anfälle auch seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen. Zu psychoanalytischer Behandlung lag in diesen Fällen weder eine Nötigung vor, noch hätte ich sie durchführen können, einmal weil die Kinder bereits nach ganz kurzer Zeit soweit gesund waren, dass man nur schwer die Notwendigkeit einer so zeitraubenden, also auch kostspieligen Behandlung hätte begründen können, dann aber vor allem, weil mir die dazu erforderliche technische Sicherheit fehlte.
Es kamen nun in der Folgezeit noch gelegentlich ähnliche Fälle in meine Sprechstunde, es gelang mi