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Bei allen Analysen wird man früher oder später vor die Frage gestellt ob man die geschlechtlichen und exkrementellen Organe, Tätigkeiten und Stoffe mit ihren volkstümlichen (obszönen) Bezeichnungen vor dem Kranken erwähnen (aussprechen) und ihn zum ungeschminkten, unveränderten Aussprechen der obszönen Worte, Redensarten, Flüche usw., die ihm einfallen, verhalten soll, oder sich mit Anspielungen darauf oder den wissenschaftlichen Benennungen dieser Dinge begnügen kann.
In einer seiner früheren Arbeiten macht uns Freud darauf aufmerksam, dass man Mittel und Wege findet, auch die verpöntesten geschlechtlichen Betätigungen (die Perversionen) mit den Kranken durchzusprechen, ohne ihr Schamgefühl zu verletzen, und rät dabei zur Benützung der ärztlichen Fachausdrücke.
Nun vermeidet man es am Anfang der psychoanalytischen Behandlung, den Widerstand des Kranken unnötig zu reizen und hierdurch der Fortsetzung der Analyse vielleicht unüberwindliche Hindernisse zu bereiten. Man begnügt sich daher zunächst mit den erwähnten „Anspielungen durch ein Kleinstes“ oder mit ernsten wissenschaftlichen Kunstausdrücken, und kann sich recht bald mit seinem Kranken über die „heikelsten“ Dinge und Vorkommnisse der geschlechtlichen, wie überhaupt des Trieblebens, aussprechen, ohne die Spur von Schamreaktion zu erregen. In einer Reihe von Fällen kommt man aber damit nicht aus. Die Analyse gerät ins Stocken, die Einfälle werden selten, das Benehmen des Kranken gehemmt, Zeichen gesteigerten Widerstandes machen sich bemerkbar und dieser Widerstand hört nicht eher auf, als bis es dem Arzte gelingt, dessen Grund darin zu entdecken, dass dem Patienten verpönte Worte und Redensarten eingefallen sind, die er ohne besondere „Erlaubnis“ des analysierenden Arztes nicht auszusprechen wagte.
Eine 23 jährige Hysterische zum Beispiel, die sich bewusst der grössten Ehrlichkeit befleissigte und meine in wissenschaftliche Ausdrücke gefassten Erklärungen über ihre Geschlechtlichkeit ohne viele Ziererei anhörte, be