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Aus der „Traumdeutung“ wissen wir, dass die Traum-Arbeit verschiedene Wege kennt, um ein Wort oder eine Redewendung sinnlichanschaulich
darzustellen. Sie kann sich z. B. den Umstand, dass der darzustellende Ausdruck zweideutig ist, zunutze machen und, den Doppelsinn als „Weiche“ benützend, statt der ersten, in den Traumgedanken vorkommenden Bedeutung, die zweite in den manifesten Trauminhalt aufnehmen.
Dies ist bei dem kleinen, im folgenden mitgeteilten Traume geschehen, und zwar unter geschickter Benützung der dazu tauglichen rezenten Tageseindrücke als Darstellungsmaterial.
Ich hatte am Traumtage an einer Erkältung gelitten und deshalb am Abend beschlossen, das Bett, wenn irgend möglich, während der Nacht nicht zu verlassen. Der Traum liess mich scheinbar nur meine Tagesarbeit fortsetzen; ich hatte mich damit beschäftigt, Zeitungsausschnitte in ein Buch zu kleben, wobei ich bestrebt war, jedem Ausschnitt den passenden Platz anzuweisen. Der Traum lautete:
„Ich bemühe mich, einen Ausschnitt in das Buch zu kleben; er geht aber nicht auf die Seite, was mir grossen Schmerz verursacht.“
Ich erwachte und musste konstatieren, dass der Schmerz des Traumes als realer Leibschmerz andauere, der mich denn auch zwang, meinem Vorsatz untreu zu werden. Der Traum hatte mir als „Hüter des Schlafes“ die Erfüllung meines Wunsches, im Bette zu bleiben, durch die Darstellung der Worte „er geht aber nicht auf die Seite“ vorgetäuscht.
Hanns Sachs.