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Ein wegen einer Zwangsneurose in meiner Behandlung stehender Mann zeigte seit einigen Tagen eine merkwürdige Zwangshandlung: Er sprach Dirnen auf der Gasse an, redete mit ihnen eine Zeitlang und gab ihnen dann eine grössere Summe Geldes. Manches Mal führte er sie auch in ein Restaurant oder in ein Nachtlokal, unterhielt sich mit ihnen und zahlte wieder, ohne auf ihre Aufforderungen, sie für die Bezahlung auch zu benützen, zu reagieren. Das widersprach seinen sonstigen Gewohnheiten, die Dirnen gegenüber gar nicht spröde waren.
Ähnliche Erscheinungen habe ich bei anderen Patienten wiederholt beobachtet. Sie liessen sich ziemlich einfach erklären. Die betreffenden Kranken schickten sich an, eine ihnen zum Teil widerstrebende Handlung zu begehen. Sie begnügten sich mit dem Beginne der verbotenen Handlung. Sie machten gleichsam nur den ersten Schritt vom Wege und das genügte ihrer regen Phantasie, um ihnen die Illusion einer Aggression zu verschaffen. Sie spielten aus einem grösseren Phantasiestück den Anfang als Erlebnis und die Fortsetzung nur als Phantasie. Ausserdem bestand bei diesen Neurotikern eine Angst, das kostbare, lebenserhaltende Sperma herzugeben. Sie zahlten das Geld sehr gerne als Busse und als symbolischen Ersatz des Sexualaktes. (Nach einer symbolischen Gleichung ist Geld gleich dem Sperma!) Auch tiefere Wurzeln krimineller Natur waren in einzelnen Fällen nachzuweisen. Es handelte sich um Neurotiker, die mit der Phantasie spielten, einen Frauenmord zu begehen. Sie waren „Jack the Ripper“. Diese pflegten auch rasch wegzulaufen,