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In der vierten Jahresversammlung deutscher Nervenärzte hat auch Oppenheim Stellung gegen die Psychanalyse genommen. Er hat seine Patienten mit nervösen Angstzuständen in bezug auf ihr Geschlechtsleben eingehend exploriert und fügt in einer Anmerkung hinzu: „Ich will aber gern zugeben, dass geschlechtliche Verirrungen und Missbräuche bei den hier berücksichtigten Patienten öfter vorgekommen sein werden, als es in der Tabelle zum Ausdruck kommt.“ Für den Autor sind andere als sexuelle Gemütserschütterungen (z. B. Schrecken der Pogrome) genügende, ja wirksamere Erzeuger von Nervenleiden und Angstzuständen. Oppenheim „war somit nicht veranlasst, bei der Erforschung der Ursachen ins Unterbewusstsein hinabzusteigen und aus den Träumen und Assoziationen das Geheimnis der Ätiologie herauszuholen“. Dennoch will er seinen Hörern geben, was sie verlangen: „eine klare Stellungnahme zu den Freud'schen Lehren, ihre Anerkennung oder Widerlegung“. Zu diesem Zwecke macht er zunächst darauf aufmerksam, dass man bei der Lektüre von Stekel's Angstneurose so recht erkennen könne, welches Unheil der Psychanalytiker in der Seele eines ihm anvertrauten Menschen anrichten kann. Er hat aber die Hauptsache unterlassen, nämlich zu zeigen, worin denn das Unheil besteht. Stekel erzählt von vielen glücklichen Kuren in Fällen, die gerade nach dem, was in jener Versammlung von den kompetentesten Leuten gesprochen worden, recht schlimme