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Einige Stellen ans F. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse. (Aus Abschnitt 269.)
„Je mehr ein Psycholog — ein geborener, ein unvermeidlicher Psycholog und Seelen-Errater — sich den ausgesuchteren Fällen und Menschen zukehrt, um so grösser wird seine Gefahr, am Mitleiden zu ersticken: er hat mehr Härte und Heiterkeit nötig, mehr als ein anderer Mensch. — — —
Die Furcht vor seinem Gedächtnis ist ihm eigen. Er kommt vor dem Urteil anderer nicht zum Verstummen: er hört mit einem unbewegten Gesichte zu, wie dort bewundert, verehrt, geliebt, verklärt wird, wo er gesehen hat, — oder er verbricht noch sein Verstummen, indem er irgend einer Vordergrunds-Meinung ausdrücklich zustimmt. Vielleicht geht die Paradoxie seiner Lage soweit ins Schauerliche, dass die Menge, die Gebildeten, die Schwärmer gerade dort, wo er das grosse Mit leiden neben der grossen Verachtung gelernt hat, ihrerseits die grosse Verehrung lernen, — die Verehrung für „grosse Männer“ und Wundertiere, um derentwillen man das Vaterland, die Erde, die Würde der Menschheit, sich selber segnet und in Ehren hält, auf welche man die Jugend hinweist, hinerzieht… Und wer weiss ob sich nicht bisher in allen Fällen eben das Gleiche begab: dass die Menge einen Gott anbetete, — und dass der „Gott“ nur ein armes Opfertier war.
Der Erfolg war immer der grösste Lügner — und das Werk selbst ist ein Erfolg; der grosse Staatsmann, der Eroberer, der Entdecker ist in seine Erfolge verkleidet bis ins Unerkennbare; das „Werk“, das des Künstlers, des Philosophen, erfindet erst den, der es geschaffen hat, geschaffen haben soll; die „grossen Männer“, wie sie verehrt werden, sind kleine schlechte Dichtungen hinterdrein; in der Welt der geschichtlichen Werte herrscht die Falschmünzerei.
Diese grossen Dichter z. B., diese Byron, Musset, Poe, Leopardi, Kleist. Gogol (ich wage es nicht, grössere Namen zu nennen, aber ich meine sie), — so wie sie nun einmal sind, vielleicht sein müssen: Menschen des Augenblicks, begeistert, sinnlich, kindsköpf