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Der Zürcher Psychopatholog Professor Dr. E. Bleuler hat in seiner trefflichen Apologie und Kritik der Freud'schen Psychanalyse1) etwas geltend gemacht, das auf so manche Angriffe, die den Freudschen Lehren Extravaganzen zuschreiben, eine richtige Antwort gibt. Er zeigt nämlich, dass Freud Begriffe und Anschauungen verarbeitet hat, die schon vorher sich der Achtung und Anerkennung der psychologischen Forschung erfreut haben, also schon längst sozusagen ihre Existenzberechtigung erlangt hatten, ehe sie zur Neuschöpfung der Psychanalyse als Bausteine aufgegriffen wurden. Ich möchte aus den Bleuler'schen Ausführungen folgende Sätze hervorheben:
„… Die Berechtigung zu dieser Ansicht (über den Wert der psychischen Tiefenforschung) gibt mir nicht nur die spezielle Erfahrung auf diesem Gebiete, sondern auch der Umstand, dass die Freud'schen Ideen der bisherigen Psychologie gar nicht so fremd waren, wie es manchem scheinen mag, die die Psyche bisher von ganz anderer Seite zu erforschen gesucht hatten. Recht viele der Details waren eben nicht ganz unbekannt, nur hatte ihnen niemand die Beachtung gezollt, die sie verdienen. Das Geniale der Ideen liegt ausser in der Methodik viel weniger in der Entdeckung der einzelnen Tatsachen, als in dem Zusammenhange, den Freud hineinbrachte, und in der Bedeutung, die er den Erscheinungen zu geben wusste.“
Nicht nur von den Bausteinen selbst, auch von dem Mörtel, der sie vereinigt, auch von den Gebäudeplänen, nach denen die heutige Psychanalyse mit ihren Theorien der Verdrängung, der Flucht in die Krankheit etc. erbaut worden ist, findet sich so manches Stückchen da und dort verstreut bei älteren Forschern, bei Philosophen, bei Dichtern. Dass Werke der Phantasie, dass Dichtungen und Mythen die Freud'schen Mechanismen an sich zeigen, ist nicht überraschend, seitdem wir um ihre Verwandtschaft mit den Träumen wissen; dass Mythen und Märchen diese Mechanismen selbst als Stoff behandeln und ihn also gewissermassen unbewusst erkennen und mitteilen,